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Seit Ende Juni versuchten die Behörden, den Absender anonymer Schreiben gegen die Abtei herauszufinden. Ein erster Verdacht erhärtete sich nicht.
Die Ermittlungen gegen einen Pater des niederösterreichischen Zisterzienserstifts Heiligenkreuz wegen anonymer Schreiben, in denen schwere und bislang unbestätigte Vorwürfe gegen die Abtei erhoben werden, sind eingestellt worden. Ein Schriftvergleich sei negativ ausgefallen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt am Donnerstag auf Anfrage von Kirche+Leben. Deshalb setze die Polizei ihre Untersuchungen zum weiterhin unbekannten Verfasser der Schreiben fort.
Am Mittwochabend meldete der ORF zunächst unter Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft, dass diese den mutmaßlichen Verfasser der anonymen Schreiben im Stift Heiligenkreuz „ausfindig gemacht und einvernommen habe“. Es gehe dabei um Vorwürfe wie „Missbrauch und Verletzung des Beichtgeheimnisses“ gegen einen anderen Pater der Abtei. Inzwischen korrigierte der ORF diese Meldung.
Gegenüber Kirche+Leben bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, dass man bisher eine Person vernommen habe. Der Beschuldigte leugne jedoch, der Verfasser der Schreiben zu sein. Zu den Inhalten der Briefe machte der Sprecher keine weiteren Angaben und verwies auf „mutmaßlich verleumderische Behauptungen zum höchstpersönlichen Lebensbereich des Opfers“.
Verbindung zur angekündigten Visitation?
Seit Mitte Juni ermittelte die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wegen mehr als 30 anonymen Schreiben. Diese Briefe mit teils gravierenden Vorwürfen gegen das Stift Heiligenkreuz gingen seit März 2025 in der Abtei sowie bei „mehreren kirchlichen Institutionen und Würdenträgern“ ein. Ob ein Zusammenhang zwischen den Anschuldigungen und der für den Herbst angekündigten Apostolischen Visitation des Stifts besteht, ist nicht bekannt.