Wie geht es nach der Schließung weiter?

Studentenheim am Breul vor Abriss – Ehemalige beraten

Das Deutsche Studentenheim in katholischer Trägerschaft, kurz „Der Breul“, ist ein traditionsreiches Haus und seit 1928 Heimat für Studenten aller Fakultäten und Nationalitäten. Wer hier, im Zentrum von Münster, gewohnt und studiert hat, arbeitete später als Arzt oder Archivar, Kaufmann oder Pastoralreferent, Richter, Religionslehrer oder Journalist (wie der Autor dieses Textes). Zugleich entstand ein loses Netzwerk von „Breulianern“, die gemeinsam an der Bar Bier getrunken und rauschende Partys gefeiert haben – und sich gerne an diese Zeiten erinnern, auch im Ehemaligenverein, dem „Verein alter Breulianer“.

Gleichzeitig hat das Haus stets sein katholisches Profil bewahrt. Heimleiter waren unter anderem Domkapitular Paul Ketteler (bis 1993), der heutige Essener Bischof Franz-Josef Overbeck (1994-2000), der Generalvikar des Bistums Münster, Norbert Köster (2000-2006) und der frühere Domvikar Markus Tüshaus (2006-2013).

Abbau seit 2010

Studentenwohnheim Breul
Das Studentenwohnheim am Breul 23.

Anschließend kümmerte sich Domvikar Michael Ostholthoff als geistlicher Heimleiter um die Studenten, doch im Unterschied zu seinen Vorgängern wohnte er nicht im Haus. Eine größere Veränderung gab es auch 2010, als die sogenannten Heiligenstädter Schulschwestern („Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel“) ihren Konvent im Haus aufgaben. Und seit dem vergangenen Jahr  steht fest: Das Haus soll abgerissen werden, ein neues Studentenwohnheim am Coesfelder Kreuz entstehen.

Köster: „Wir möchten nicht Studenten auf die Straße setzen“

Was bedeutet das für die Zukunft des Vereins alter Breulianer? Wie sehen die Perspektiven für das neue Haus aus? Darum wird es an diesem Samstag auf der Jahreshauptversammlung des Vereins gehen, die stets mit einer Messe in der Hauskapelle des Studentenwohnheims beginnt.

Mit dabei sein wird Generalvikar Norbert Köster. „Wir garantieren den Umzug erst, wenn das neue Wohnheim fertig ist“, sagte Köster vorab zu Kirche+Leben. „Wir möchten nicht Studenten auf die Straße setzen.“ Der Verein alter Breulianer sei eingeladen, sich an der Detailplanung zu beteiligen.

Keine Verbindung zum neuen Wohnheim

Vorgesehen sind in dem Neubau Wohngruppen mit etwa 15 Studenten. Und schon das wirft für Dirk Steinberg, den langjährigen Vorsitzenden des Vereins alter Breulianer, Fragen auf. „Was verbindet uns noch damit?“,  fragt er sich angesichts der Wohngruppen. „Ist das noch ein Zusammenhalt?“ Im Breul gehörte das gemeinsame Essen im Speisesaal zu den prägenden Eigenschaften des Hauses.

Für Steinberg geht es am Samstag auch um die Frage, ob der Verein künftig überhaupt noch fortbestehen soll. Derzeit gibt es rund 250 Mitglieder, die Zahl stagniert.