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Beihilfe nur für schwerst und tödlich erkrankte Menschen befürwortet

Studie: Deutsche nur in sehr wenigen Fällen für assistierten Suizid

  • Die Bundesbürger befürworten einer neuen Studie zufolge den assistierten Suizid nur sehr eingeschränkt.
  • Eine Untersuchung der Deutschen Akademie für Suizidprävention habe ergeben, dass die Deutschen die Beihilfe zur Selbsttötung nur für schwerst und tödlich erkrankte Menschen gutheißen, hieß es.
  • Die Ergebnisse legten nahe, dass die Bevölkerung eine weitgehende Liberalisierung der Suizidbeihilfe nicht befürworte.
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Die Bundesbürger befürworten einer neuen Studie zufolge den assistierten Suizid nur sehr eingeschränkt. Eine Untersuchung der Deutschen Akademie für Suizidprävention (DASP) habe ergeben, dass die Deutschen die Beihilfe zur Selbsttötung nur für schwerst und tödlich erkrankte Menschen gutheißen, erklärte das Nationale Suizidpräventionsprogramm für Deutschland (NaSPro), ein Netzwerk von Fachleuten der Suizidprävention. Für gesunde Menschen jeden Alters wird laut der repräsentativen Studie der assistierte Suizid mit eindeutiger Mehrheit abgelehnt.

Für die Studie führte das Meinungsforschungsinstitut Infas den Angaben zufolge im September 2021 Telefoninterviews mit 1023 Erwachsenen. Die Ergebnisse legten nahe, "dass die vom Bundesverfassungsgericht eröffnete Möglichkeit des assistierten Suizids für nicht sterbende Menschen von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung nicht befürwortet wird", betonen die Studienautoren. Dies müsse in der Diskussion über die gesetzliche Regelung der Suizidhilfe berücksichtigt werden.

Schmerzbehandlung als Alternative

Die Art der Fragestellung habe Einfluss auf die Antwort der Befragten, hieß es. Wurde etwa am Beispiel eines schwer erkrankten, sterbenden Menschen mit starken Schmerzen ausschließlich nach der Befürwortung des assistierten Suizids gefragt, liege die Zustimmung bei 69,9 Prozent. Werde als Antwortalternative auch eine schmerzlindernde Behandlung geboten, reduziere sich der Zuspruch auf 31,2 Prozent. "Dies spiegelt Erfahrungen in der Praxis der Palliativmedizin wider, dass der Wunsch von Patienten nach dem assistierten Suizid abnimmt, wenn sie Alternativen erkennen und erfahren", so die Studienautoren.

Für tödlich erkrankte Menschen wird demnach ein assistierter Suizid mit 80,5 Prozent deutlich häufiger befürwortet als für "nur" schwer, aber nicht tödlich erkrankte - hier mit 37,6 Prozent. Für Menschen in Lebenskrisen, also ohne Erkrankung, falle die Befürwortung deutlich geringer aus - und steige mit dem Alter der Person an: von 2,7 Prozent bei Jüngeren über 4,1 Prozent bei Menschen im mittleren Lebensalter bis zu 10,3 Prozent bei Älteren.

Haben Sie Suizidgedanken? Hier gibt es Hilfe
Menschen mit Suizidgedanken können sich an die Telefonseelsorge wenden. Sie ist unter den Rufnummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222 sowie 116 123 täglich rund um die Uhr erreichbar. Sie berät kostenfrei und anonym. Der Anruf findet sich weder auf der Telefonrechnung noch in der Übersicht der Telefonverbindungen wieder. Es gibt auch eine E-Mail-Beratung. Der Mailverkehr läuft über die Internetseite der Telefonseelsorge und ist daher nicht in Ihren digitalen Postfächern zu finden. Hier geht es zur Telefonseelsorge.

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