Jeder zweite Kirchbesucher engagiert sich irgendwo

Studie: Regelmäßige Kirchgänger besonders oft im Ehrenamt tätig

Wer regelmäßig in die Kirche geht, engagiert sich einer Studie zufolge im Schnitt besonders häufig ehrenamtlich. In dieser Gruppe ist der Anteil der ehrenamtlich Aktiven in Deutschland von 40 Prozent im Jahr 1990 auf 53 Prozent im Jahr 2017 gestiegen, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit. Unter allen Deutschen ab 17 Jahren stieg der Anteil der Engagierten im selben Zeitraum demnach von 27 auf 32 Prozent.

Damit war zuletzt fast jeder Dritte in Deutschland ehrenamtlich tätig, insgesamt rund 22 Millionen Menschen. Sowohl junge Erwachsene als auch Rentner seien zunehmend bereit, beispielsweise in Vereinen, Initiativen oder der Flüchtlingshilfe freiwillig mit anzupacken, hieß es. Die Studie basiert auf Daten aus Haushaltsbefragungen des Sozioökonomischen Panels.

Junge Rentner stark aktiv

Stärker als vorherige Generationen ist die Generation der 68er - zwischen 1941 und 1954 geboren - laut DIW auch nach dem Renteneintritt ehrenamtlich aktiv. Im Zeitraum von drei Jahren vor und nach dem Renteneintritt blieben gut 29 Prozent der 68er durchgehend engagiert. Knapp 13 Prozent nahmen sogar erstmals oder erneut ein Ehrenamt auf. Die Studienautoren sehen darin ein großes Potenzial für die Gesellschaft - auch mit Blick auf die sogenannte Babyboomer-Generation, die in den kommenden Jahren nach und nach aus dem Erwerbsleben ausscheidet.

Neben den Älteren sind laut Studie aber auch die Jüngeren mit für den Anstieg beim Ehrenamt verantwortlich. Der Anteil der engagierten Schüler ab 17 Jahren sei von 27 Prozent im Jahr 1990 auf 46 Prozent im Jahr 2017 gewachsen. Auch in der gesamten Altersgruppe bis 29 Jahre gehe der Trend klar nach oben, jeder Dritte engagiere sich.

Auf dem Land gibt es mehr Engagement

Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern sowie Ost und West seien mit der Zeit deutlich kleiner geworden, hieß es. Markant seien hingegen die Unterschiede zwischen Stadt und Land: Während in kleineren Kommunen 37 Prozent der Menschen ehrenamtlich aktiv sind, sind es in Großstädten 26 Prozent. Auch der Bildungsabschluss spiele eine Rolle, denn je höher dieser sei, desto wahrscheinlicher engagiere sich jemand.