GESUNDHEIT UND MEDIZIN

„Fazenda da Esperança“: Wo Suchterkrankte am Niederrhein Hilfe finden

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Das ehemalige Franziskanerkloster in Mörmter ist eine wichtige Anlaufstelle. Jetzt besuchte Diözesan-Administrator Hamers besuchte die Einrichtung.

Der Duft von Nudeln mit Fleischsoße zieht durch die Flure des ehemaligen Franziskanerklosters in Mörmter (Kreis Wesel). Einige Männer haben sich im Speisesaal bereits an den gedeckten Tisch gesetzt und warten auf den Besuch aus Münster: Diözesan-Administrator Antonius Hamers hat sich angekündigt, um die „Fazenda da Esperança“ („Bauernhof der Hoffnung“) und die dort lebenden und arbeitenden Männer kennenzulernen. „Das ist mir ein echtes Anliegen, mit den Menschen im Bistum ins Gespräch zu kommen“, sagte Hamers später.

Das gemeinsame Mittagessen gehört zur festen Routine in der Fazenda, in der junge Männer leben, um zu lernen, wie sie ihr Suchtproblem überwinden können. Unterstützt wird das Leitungsteam von Freiwilligen, die ebenfalls in der Fazenda leben. Schnell kommt Hamers mit den „Rekuperanten“ genannten Männern und den „Fazenda da Esperança“-Verantwortlichen ins Gespräch. Darüber, dass es oft Alkohol und Drogen sind, von denen die Männer sich lösen wollen. Es sind Geschichten von der überstandenen Entgiftung, von komplizierten Familienverhältnissen und von der Hoffnung, das eigene Leben in den Griff zu bekommen. Dabei erfährt Hamers, dass die Rekuperanten ein Jahr lang auf Handy und Internet verzichten, auch der Fernseher wird nur für gemeinsame Filmabende am Wochenende eingeschaltet.

Hausgemeinschaft mit klaren Strukturen

Der Tag ist klar strukturiert: Arbeiten, Gespräche, gemeinsame Mahlzeiten, Dienste für die Hausgemeinschaft stehen auf dem Programm. All das ist eingebettet in ein breites spirituelles Angebot mit der Lesung des Evangeliums, dem Rosenkranz und weiteren Gebeten. „Natürlich zwingen wir niemanden, mitzubeten“, betont Pater Christian Heim, der die „Fazenda da Esperança“ Gut Neuhof vor den Toren Berlins leitet und als Regionalverantwortlicher ebenfalls zu Gast am Niederrhein ist. Es werde jedoch von den Rekuperanten erwartet, dass sie die christliche Grundhaltung teilen und auch dann an den spirituellen Angeboten teilnehmen, wenn sie selbst nicht mitbeten können oder wollen.

Hamers nutzt seinen Besuch, um auch die hauseigene Kapelle sowie die Klosterkirche kennenzulernen, in der auch viele Gläubige aus der Umgebung den Gottesdienst feiern. Außerdem lernt er das Café und den kleinen Laden kennen. Lorenz Hemrich vom Leitungsteam erklärt: „Wir sind auf die Einnahmen aus dem Laden und dem Café angewiesen, da wir hier nahezu ausschließlich von Spenden leben. Einen Teil der Lebensmittel erhalten wir zum Beispiel von den Tafeln in Xanten und Goch.“

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