Symbolischer Ort für die Treffen 2020 und 2021

Synodaler Prozess: Vollversammlungen tagen im Frankfurter Dom

Die katholische Kirche in Deutschland wählt für ihren Reformdialog einen symbolischen Ort. Die Plenarversammlungen des Synodalen Weges sollen 2020 und 2021 im Frankfurter Bartholomäus-Dom stattfinden, teilten die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) mit.

„Der Frankfurter Dom liegt im Herzen unseres Landes und der Stadt Frankfurt. Im pulsierenden Leben der modernen Gesellschaft sucht die Kirche ihren Ort, und zwar im Miteinander aller Getauften“, erklärte der Konferenz-Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx. Deutlich werden solle, dass der Synodale Weg ein geistlicher Prozess sei und dass „die Kirche immer mitten in der Welt eine evangelisierende Kirche ist“.

„Vor dem Altar versammeln wir uns“

ZdK-Präsident Thomas Sternberg hob hervor, dass mit Frankfurt und dem Bartholomäus-Dom ein starkes Zeichen für die Ausrichtung des Synodalen Weges gesetzt werde. „Vor dem Altar dieser Kirche versammeln wir uns, um in ernsthafter Debatte auszumachen, was an Reformen nötig ist, um glaubwürdig von dem Zeugnis geben zu können, der unser Leben trägt.“

Frankfurt ist auch Gastgeber des Ökumenischen Kirchentags 2021. Der gastgebende Limburger Bischof Georg Bätzing wünscht sich einen „kräftigen geistlichen und inhaltlichen Impuls“ auf dem Weg einer synodalen Kirche.

Erstes Treffen Ende Januar 2020

Nach jetzigem Stand soll der Synodale Weg am 1. Advent beginnen. Die erste Plenarversammlung im Frankfurter Dom ist für den 30. Januar bis 1. Februar 2020 geplant. Zur Vorbereitung trifft sich am kommenden Freitag und Samstag in Fulda die bestehende Gemeinsame Konferenz von Bischöfen und ZdK, erweitert um weitere Persönlichkeiten.

Die Vollversammlung der Bischofskonferenz wird sich vom 23. bis 26. September mit dem Synodalen Weg befassen, die Vollversammlung des ZdK am 22. und 23. November.

Geschichte des Frankfurter Doms

Der Bartholomäus-Dom ging aus einer karolingischen Kaiserpfalz hervor. Das Gotteshaus war seit 1356 Wahlort der deutschen Könige und ab 1562 Krönungsort der römischen Kaiser. Bereits 794 tagte im heutigen Vorgängerbau die Synode von Frankfurt, die von Karl dem Großen einberufen worden war und Bischöfe und Priester aus dem Frankenreich zusammenführte.

1239 wurde das Gotteshaus dem heiligen Bartholomäus geweiht. Der heutige Bau wurde von 1415 bis 1514 nach Plänen des Baumeisters Madern Gerthener errichtet. Der Dom blieb auch nach der Reformation in Frankfurt katholisch. Vom Mittelalter bis 1917 war er die einzige katholische Pfarrkirche Frankfurts.