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Verbände mit Lob und Kritik für vierte Vollversammlung in Frankfurt

Synodaler Weg beendet Tagung: Erleichterte Bilanz, Verweis auf Erfolge

  • Das Präsidium des Synodalen Wegs zeigt sich insgesamt erleichtert über den Ausgang der vierten Vollversammlung des Reformdialogs.
  • Vizepräsident Thomas Söding sagte, der Weg sei ein Erfolg in nicht gescheitert.
  • Zwischen Lob und Kritik schwanken erste Reaktionen katholischer Verbände.
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Das Präsidium des Synodalen Wegs zeigt sich insgesamt erleichtert über den Ausgang der vierten Vollversammlung des Reformdialogs. Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, sagte nach den dreitägigen Beratungen: „Es war eine kräftezehrende Vollversammlung, aber wir haben viel geschafft.“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, dankte für das entgegengebrachte Vertrauen. Er betonte, die Bischöfe nähmen die Aufträge mit nach Rom und trügen die Reformvorschläge auf Ebene der Weltkirche vor.

Söding: Der Synodale Weg ist ein Erfolg

Der Vize-Präsident des Reformdialogs, Thomas Söding aus Münster, bilanzierte: „Der Synodale Weg stand vor dem Scheitern, aber das ist er nicht – er ist ein Erfolg.“ Das Beinahe-Scheitern bezog Söding auf die krisenhafte Situation, als ein Grundsatzpapier zur Liberalisierung der Sexuallehre an einer Sperrminorität von Bischöfen scheiterte.

Der andere Vize-Präsident, Bischof Franz-Josef Bode, sagte, nach diesem anfänglichen „Schock“ habe ein Wandel stattgefunden, hin zu einer „intensiven, einfühlsamen Diskussion“. Die Debatte und den Beschluss des Grundsatzpapiers zur Rolle der Frauen in der katholischen Kirche bezeichnete er als historische Stunde.

Wohl letzte Vollversammlung im März

Das Präsidium hält daran fest, den Synodalen Weg im März 2023 mit der fünften Vollversammlung abzuschließen. Aufgrund längerer Debatten konnten von den ursprünglich für die vierte Synodalversammlung geplanten 14 Papieren nur acht behandelt werden. Hinzu kommt eine Reihe weiterer Texte, die noch beraten werden müssen.

BDKJ: Bisher kaum systemische Veränderungen

In weiteren Reaktionen auf die Vollversammlung wechseln sich Lob und Kritik ab. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) forderte mehr Reformwillen der Bischofskonferenz. Auf den Weg gebracht seien „kleine, aber wichtige Schritte“. Doch bisher seien kaum systemische Änderungen angestoßen wurden, die sexuellen Missbrauch in der Kirche wirksam verhindern könnten.

Außerdem gebe es eine „Verweigerungshaltung“ einiger Bischöfe, die ihre Amtsmacht ausnutzten, „um weiter zu blockieren“. Einige Bischöfe hätten „nicht erkennen lassen, dass sie gewillt sind, die Systeme so zu verändern, dass Missbrauch nicht mehr ermöglicht wird“. Neben der „Ohrfeige“ der Ablehnung des Sexualmoral-Papiers seien beschlossene Texte zu Frauen, Homosexualität und zum Arbeitsrecht „Hoffnungszeichen“.

KFD: Regelungen zum Priesteramt überdenken

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) erklärte, das Scheitern des Textes zur Sexualmoral habe „fassungslos“ gemacht. Danach aber sei es möglich geworden, offen und ehrlich miteinander zu diskutieren und zu wegweisenden Beschlüssen zu kommen.

Erleichtert sei die KFD, dass der Grundtext zu Frauen in Diensten und Ämtern beschlossen wurde: „Wir erhoffen uns hier von Rom ein Überdenken der bisherigen Regelungen zum Priesteramt.“

„Wir sind Kirche“ kritisiert Verweigerung vieler Bischöfe

Die Laiengruppe „Wir sind Kirche“ bewertete die Versammlung als „Abbild der dramatischen innerkirchlichen Situation“. Der Synodale Weg habe vor dem Scheitern gestanden nach dem „höchst enttäuschenden Abstimmungsverhalten einer Minderheit der Bischöfe“ beim Papier zur Sexualmoral.

„Erschreckend waren die teils schlichte Argumentation und nicht zu übersehende Polarisierung innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz“, so die Initiative. Sie rügte auch die „Verweigerung vieler Bischöfe und Weihbischöfe“, sich im Vorfeld und bei der Synodalversammlung „an der inhaltlichen Debatte zu beteiligen“.

"Maria 1.0" sieht "feindliche Übernahme" der Kirche und "Panzer" am Werk
Dorothea Schmidt von der Gruppe "Maria 1.0" schrieb in der "Tagespost", sie habe "die feindliche Übernahme der katholischen Kirche miterlebt". Vor ihrem inneren Auge sehe sie Panzer vorfahren, "um Platz zu machen für die deutsch-nationale freizügig-feministische Genderkirche".

Die Mehrheit "boxt durch, was man durchboxen will. Ohne Rücksicht auf Verluste. Ohne Rücksicht auf die Minderheit und die kirchliche Lehre." Für alle, die sich nicht anschlössen, "schlummert hier das Potenzial einer innerkirchlichen Christenverfolgung". Die Gruppe "Maria 1.0" hatte sich als Reaktion auf die Reformbewegung "Maria 2.0" gebildet.

Updates am 11. Sept.: 13 Uhr Reaktionen BDKJ, KFD und "Wir sind Kirche", 18 Uhr Reaktion "Maria 1.0"

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