Ergebnisse fließen in Weltsynode ein

Synodaler Weg in Italien: Kardinal Zuppi warnt vor zu hohen Erwartungen

  • Der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Zuppi, hat sich gegen zu hohe Erwartungen an den Synodalen Weg in Italien ausgesprochen.
  • Der Synodale Weg in Italien befinde sich im Übergang der Phase des Zuhörens zur Phase der Unterscheidung, so der Kardinal.
  • Im italienischen Reformprozess gibt es, anders als in Deutschland, keine Vollversammlungen, die über Beschlüsse entscheiden.

Gegen zu hohe Erwartungen an den Synodalen Weg in Italien hat sich Kardinal Matteo Zuppi ausgesprochen. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz und Erzbischof von Bologna äußerte sich am Montag zur Eröffnung der Frühjahrstagung des Ständigen Rates der italienischen Bischöfe. Er führte aus, der Synodale Weg der italienischen Ortskirchen befinde sich nun im Übergang von der Phase des Hörens zur Phase der Unterscheidung.

Diese sei das „Schwungrad“ der kirchlichen Neuprogrammierung, so Zuppi laut dem am Montag verbreiteten Redetext. Niemand solle sich aber der Illusion hingeben, dass darin die Lösung für alle Schwierigkeiten liege. Ebenso wenig treffe zu, dass alle diesen Vorgang mit dem gleichen Elan erlebten.

Neuer seelsorgerischer Stil gefragt

Doch alle, die an dem Weg mitwirkten, berichteten von einer „großen Zufriedenheit“. Der gemeinsam zurückgelegte Weg „erzieht nach und nach alle Teilnehmer zu einem neuen geistlichen und seelsorgerischen Stil“, so der Kardinal. Das sei die beste Voraussetzung, um gut vorbereitet „im Geist des Evangeliums die nötigen und mutigen Entscheidungen zu treffen“. Diese beträfen alle Ebenen der Kirche, von den einzelnen Ortskirchen bis hin zur Bischofskonferenz. Man dürfe nicht jene Vitalität und Kreativität verlieren, die sich in der Zeit der Pandemie in neuen seelsorgerischen Formen und Inhalten gezeigt habe.

Zuppi führte aus, für eine missionarische Kirche gehe es auch um Ängste und Trost im Leiden; etwa den Sinn des Todes, das Leiden Unschuldiger, den Wert des Lebens und um Zerbrechlichkeit. Er stelle sich eine Kirche vor, „die sich diesen Fragen stellt und mit neuen Motivationen frei von Angst, Licht und Hoffnung bietet“.

Nicht vergleichbar mit deutschem Reformprozess

Anders als bei der deutschen Reformdebatte Synodaler Weg handelt es sich bei dem gleichnamigen Prozess in Italien um 2021 von der dortigen Bischofskonferenz begonnene Beratungen auf verschiedenen kirchlichen Ebenen. Der italienische Prozess kennt keine Vollversammlungen, die über Beschlussvorlagen entscheiden. Er soll aber inhaltlich ebenfalls in die Weltsynode einfließen, die im Oktober im Vatikan tagt.