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Katharina Karl evaluierte in einer Studie den sechs Jahre dauernden Reformprozess. Welche Schlüsse sie daraus für das neue bundesweite Gremium zieht.
Die Eichstätter Pastoraltheologin Katharina Karl erhofft sich von der geplanten Synodalkonferenz ein Eingehen auf die Evaluationsergebnisse des Synodalen Weges. In einem Beitrag für das theologische Feuilleton „Feinschwarz“ schrieb sie, man könne gespannt sein, wie der Weg weitergehe: „Wird ein Setting geschaffen, an einer ‚Kultur des Hörens‘, am Fremdverstehen und an einer kirchlichen Streitkultur zu arbeiten?“ Dass dies gelinge, sei der Kirche zu wünschen.
Karl führte aus, eine Evaluation des Reformprozesses der katholischen Kirche in Deutschland erfülle nur dann ihren Sinn, wenn auch eine Umsetzung ihrer Erkenntnisse geplant und strukturell mitgedacht werde. Aus Sicht der Theologin hält die vorliegende Evaluation auf der einen Seite ein „disparates Meinungsbild“ fest, das zu erwarten gewesen sei. Dieses lege nahe, dass progressiv und konservativ nicht zusammenfinden. Doch daneben gebe es auch Erfahrungsberichte, die anzeigten, „dass sich durchaus Veränderungen von Haltung und Einstellung beobachten lassen und die Auseinandersetzung mit dem Fremden zu einem den Prozess bereichernden Perspektivwechsel geführt hat“.
Laut Karl bleibt der Umgang mit dem Fremden eine offene Frage und Herausforderung: Gesucht werde eine kreative Form, „wie jemand sich den überraschenden und bisweilen ungewollten Ansprüchen des Fremden aussetzen kann“, ohne sie zu vereinnahmen. Die Theologin betont, ein gemeinsamer Synodaler Weg könne nur gelingen, wenn alle Beteiligten bis zu einem gewissen Grad bereit seien, ihre Ziele „zugunsten des Verbindenden zur Disposition zu stellen und auszuhandeln“.
In der Realität stoße man an Grenzen, wo Verhärtungen und Verletzungen nicht aufgelöst werden können. Wenn die Fremdheit der oder des anderen nicht anerkannt, sondern vereinnahmt werde, sei das eine Form von missbräuchlicher Machtausübung, die es auch auf dem Synodalen Weg gegeben habe.