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Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken

Synodaler Weg: Katholische Laien für Fortsetzung trotz Kritik aus Rom

  • Trotz Widerstands im Vatikan gegen den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland hält deren höchste Laienvertretung an dem Reformprozess fest.
  • Nur eine inhaltliche und strukturelle Erneuerung könne die Kirche wieder glaubwürdig machen, sagte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp.
  • Das Komitee traf sich zur Herbstvollversammlung.
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Trotz Widerstands im Vatikan gegen den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland hält deren höchste Laienvertretung an dem Reformprozess fest. "In der katholischen Kirche in Deutschland ist in den letzten Jahren klar geworden, dass nur in einer inhaltlichen und strukturellen Erneuerung ein Weg gespurt werden kann, der die Kirche wieder glaubwürdig machen kann", sagte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, am Freitag in Berlin. Bei der Herbstvollversammlung des Laienkomitees bezog Stetter-Karp sich auf Kritik mehrerer Kardinäle im Vatikan am Synodalen Weg, die beim Besuch der deutschen Bischöfe im November bekannt geworden war.

Zugleich würdigte Stetter-Karp Fortschritte wie die von den deutschen Bischöfen beschlossene kirchliche Arbeitsrechtsreform. Sie sieht unter anderem vor, dass Menschen, die bei der katholischen Kirche arbeiten und in zweiter Ehe oder in einer homosexuellen Partnerschaft leben, nicht mehr mit einer Kündigung rechnen müssen. Das sei längst überfällig, betonte die ZdK-Präsidentin. Mehrere Fragen wie die Folgen eines Kirchenaustritts seien aber noch nicht zufriedenstellend gelöst.

Staat soll bei Missbrauchs-Aufarbeitung helfen

Das ZdK dringt auch auf eine stärkere staatliche Beteiligung an der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt. Dabei seien verbindliche Standards und eine "konsequente Beteiligung" der Betroffenen notwendig, sagte ZdK-Vizepräsident Wolfgang Klose. Das Komitee sei mit der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kerstin Claus, darüber bereits im Gespräch.

ZdK-Vizepräsident Thomas Söding betonte, Themen wie kirchliche Missbrauchs-Aufarbeitung und Geschlechtergerechtigkeit seien keine Sonderprobleme in Deutschland, sondern weltweit. Darüber wolle das ZdK im Februar 2023 beim europäischen Treffen in Prag im Zug der Weltsynode der katholischen Kirche mit Partnern aus anderen Ländern ins Gespräch kommen. Das ZdK wolle deutlich machen, dass der Synodale Weg in Deutschland und die Weltsynode eng zusammenhingen.

Klima-Staatssekretär lobt den Papst

Mit Blick auf den Schutz des Klimas und eine ökologisch verträgliche Energieversorgung fordert das Laienkomitee entschiedene Maßnahmen. Sie seien eine Chance, ein wirtschaftliches Fundament für künftige Generationen und für den sozialen Zusammenhalt zu legen. Dabei äußerte ZdK-Präsidentin Stetter-Karp Verständnis für die Klima-Proteste der Gruppe "Letzte Generation". Sie zeigten, "dass Menschen in sich verschärfenden Krisen mitunter zu immer verzweifelteren Mitteln greifen".

Bei einer Podiumsdiskussion betonte der Staatssekretär im Klimaschutzministerium, Sven Giegold (Grüne), die Kirche habe stets den sozialen Zusammenhalt in der ökologischen Transformation betont. Er kenne in dieser Frage "keinen lauteren Mahner als Papst Franziskus".

Versammlung geht am Samstag weiter

Bei seiner Versammlung befasste sich das ZdK auch mit Wohnraummangel. Als Träger von Wohnungsbaugesellschaften seien die Bistümer unter den größten Eigentümern von Grundstücken und Gebäuden, sagte Stetter-Karp. Damit stehe auch die Kirche "in der Pflicht, Antworten auf die dringliche Frage des Wohnens zu geben". Die Vollversammlung wird an diesem Samstag mit weiteren Beschlüssen etwa zu Machtmissbrauch in der Seelsorge fortgesetzt.

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