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Der letzte Tag des Synodalen Wegs ist angebrochen - und setzt Zeichen für die weitere Zukunft. Kiche+Leben berichtet im Ticker live aus der Aula.
Vorbemerkung: Dieser Ticker versteht sich nicht als 100-prozentige oder vollständige Zitierung der Personen, er versucht vielmehr, den Inhalt sachgetreu wiederzugeben. Da wir live aus der Versammlung berichten, bitten wir, Tipp- und orthographische Fehler zu entschuldigen.
Die letzte Versammlung des letzten Tages des Synodalen Weges hat begonnen. “Ausgang und Eingang, Anfang und Ende liegen bei dir, Herr, füll du uns die Hände”: Vierstimmig beginnen die verbliebenen rund 150 Delegierten den Auftakt zum Abschied. Die Nacht zuvor haben zwei Gruppen kräftig gearbeitet - damit heute die Wahl der noch ausstehenden 23 Mitglieder der künftigen Synodalkonferenz eine Struktur erhält und ebenso das “WegWort”, mit dem der Synodale Weg sich in einer Abschlussbotschaft verabschiedet.
Zur Findung der 23 Synodalkonferenz-Mitglieder soll es nunmehr ein sukzessives Verfahren mit zwei Wahlgängen geben, so der überarbeitete Entwurf: In einem ersten Wahlgang wählen die Mitglieder der Synodalversammlung zwölf weitere Mitglieder. Den Mitgliedern der Synodalversammlung wird dann bekannt gegeben, wer gewählt wurde. Anschließend wählen die Mitglieder die verbleibenden weiteren Mitglieder - das dürften dann noch elf sein. So könne geschaut werden, ob die gewünschten Kriterien auch wirklich erfüllt sind. Dann könnten auch Lücken gefüllt werden, indem nach guten Kandidatinnen und Kandidaten zu suchen, wie Charlotte Kreuter-Kirchhoff erläutert.
09.20
Es beginnt die Aussprache über die modifizierte Wahlordnung für die Mitglieder der Synodalkonferenz. Dabei geht es um die Mitglieder, die neben den 27 Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz (entsprechen den Diözesanbischöfen) und 27 Mitgliedern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gewählt werden sollen. Je zwei Mitglieder stammen zudem aus dem Kreis der Missbrauchs-Betroffenen sowie aus der Deutschen Ordensobernkonferenz.
Lisa Holzer: Es ist nicht abgebildet, was ich im Raum gespürt habe. Demokratisch-synodal finde ich die vorgeschlagene Lösung nicht gut, weil ich Angst habe, dass keine jungen Menschen darin sein werden.
Bischof Helmut Dieser (Aachen): Jeder Kirchenaustritt ist schmerzlich. Aber mir wäre es wichtig, dass nur Kirchenmitglieder gewählt werden können.
Juliane Eckstein: Ich bitte um Einfügung eines Alters-Quorums und eines Frauen-Quorums.
Volker Andres: Ich verstehe nicht, warum es keine Quote geben soll, die sicherstellt, dass junge Menschen Teil der Synodalkonferenz sein.
Sarah Henschke: Der Vorschlag entspricht nicht dem, was wir gestern hier im Raum wahrnehmen konnten - im Hinblick auf junge Menschen und Geschlechtergerechtigkeit. Dieser Vorschlag bringt uns gar nichts, verschleppt den Prozess, bis die Synodalkonferenz installiert ist. Wir haben nicht einmal Sicherheit für ein oder zwei junge Menschen! Das kann ich nicht nachvollziehen und entspricht nicht dem, was wir hier schon erreicht haben.
Ulrich Hemel: Ich empfehle Sparsamkeit mit der Quote - mit Ausnahme der Frauen. Bei der Quote habe ich Probleme mit der Mathematik. Was ist mit Christen anderer Muttersprache? Wie sieht es mit einer Quote für Menschen aus den neuen Bundesländern aus? Oder mit denen, die keine Hauptamtlichen sind? Wer entspricht Menschen zwischen 0 und 20 Jahren?
Katharina Norpoth: Die Diskussion zeigt, wie kompliziert wir es uns machen können. Wir haben uns aber auch comitted, dass es eine sehr kleine Synodalkonferenz geben soll, sodass die Repräsentanz die große Frage ist. Wo sind aber vor allem die Expert:innen? Wer hat hier denn den direkten Kontakt zu den 0- bis 20-Jährigen? Das ist doch genau der BDKJ! Die sind in den Jugendgruppen vor Ort. Ich plädiere dafür, dazu dem BDKJ das Vertrauen zu geben.
Charlotte Kreuter-Kirchhoff: Wir haben unsere Aufgabe gestern so verstanden, dass wir einen Vorschlag formulieren, der nicht in Stein gemeißelt ist, sondern für den wir glaubten, dass es dafür einen Konsequenz gibt. Ich wehre mich dagegen, dass es undemokratisch sei, die übernächsten Schritte noch nicht mitgedacht zu haben. Er ist eine Diskussionsgrundlage. Zudem: Wir reden von einer Wahlordnung für eine einzige Wahl - und danach muss ja ohnehin die Synodalkonferenz eine Wahlordnung für die darauf folgenden Mitgliederwahlen entwickeln.
Bischof Franz-Josef Overbeck: Es geht darum, für die nächsten Etappen arbeitsfähig zu bleiben - es geht um den nächsten Schritt!
Damit endet die Aussprache.
Der Änderungsantrag wird von der Moderation vorgestellt:
“Um Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit umzusetzen, werden
- mindestens ein Drittel der 23 zu wählenden Personen mit Personen unter 30 besetzt.”
- 50 Prozent mit Frauen"
Es wird noch diskutiert, ob es um die 23 geht - oder ob die Quote auch für die entsendenden Kandidaten aus Ordensobernkonferenz und Betroffenenbeirat gilt, sodass der Antrag sich auf alle 27 Personen bezieht. Juliane Eckstein signalisiert, dass es bei den 23 Personen bleiben könnte. Johannes Norpoth vom Betroffenenbeirat nimmt den Appell zur Geschlechtergerechtigkeit gern wahr, er sieht sich aber nicht in der Lage, darüber hier zu entscheiden. Betroffene unter 30 gibt es seiner Auskunft nach nicht im Beirat.
Den Antrag bleibt bei den 23 zu wählenden Personen - und wird nun zur Abstimmung gestellt: zunächst über die Altersquote, anschließend über die Frauenquote. Die Abstimmung erfolgt digital: Alle Delegierten geben ihre Stimmen über ihre Laptops ab.
Offenbar ist vor der Wahl nicht festgesetllt worden, wie viele Stimmberechtigte überhaupt im Saal sind - und ob die Versammlung überhaupt beschlussfähig ist. Das wäre ein Deja-vu-Erlebnis: Am Ende der ersten Synodalversammlung 2020 in Frankfurt war tatsächlich die Beschlussfähigkeit wegen zahlreicher bereits abgereister Delegierten nicht mehr gegeben. Zudem gibt es in Stuttgart technische Probleme.
Die Wahl wird abgebrochen. Präsidentin Irme Stetter-Karp bittet um eine zehnminütige Pause. Dem stimmte die Versammlung per Applaus zu.
10.10
Die Versammlung wird fortgesetzt. Es gibt eine Erklärung zur Bedienung des Abstimmungstools. Danach wird festgestellt: Es heißt, 148 Delegierte der ursprünglich 210 sind anwesend (gleichwohl haben einige Delegierte schon vor längerer Zeit ihren Austritt aus der Versammlung erklärt, einige Bischöfe lehnen eine Teilnahme weiterhin ab - so etwa in Köln, manche Delegierte sind erkrankt, einige im Lauf der Zeit auch gestorben, wie Moderatorin Claudia Nothelle erläutert). Eingeloggt scheinen 154. Damit ist die Versammlung beschlussfähig.
Juliane Eckstein erklärt nach einer internen Absprache, dass mindestens 5 der 23 zu wählenden Mitglieder der Synodalkonferenz unter 30 sein sollen und mindestens 13 Frauen.
Jetzt wird über diese zwei Anträge abgestimmt:
“Um Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit umzusetzen, werden
- mindestens 5der 23 zu wählenden Personen mit Personen unter 30 besetzt.”
- 13 der 27 Personen mit Frauen"
Das Ergebnis zur Jugend-Quote: 152 Stimmen wurden abgegeben.
97 stimmen mit Ja, 44 mit Nein, 11 haben sich enthalten. Damit ist angenommen, dass von den 23 Mitgliedern mindestens 5 unter 30 Jahre alt sein müssen.
Das Ergebnis zur Frauen-Quote:
102 stimmen mit Ja, 36 mit Nein, 9 haben sich enthalten. Damit ist angenommen, dass von den 23 Mitgliedern mindestens 13 Frauen sein müssen.
10.30
Der Vertreter der muttersprachlichen Gemeinden, Emeka Ani, beantragt, dass mindestens fünf der 23 Mitglieder aus muttersprachlichen Gemeinden kommen müssen, die vier Millionen Menschen in Deutschland ausmachen - Tendenz wachsend.
Die Moderation aus Claudia Nothelle und Bischof Klaus Krämer (Rottenburg-Stuttgart) öffnet die Aussprache.
Matthias Sellmann: Dieser Antrag birgt die Gefahr eines ganz schwierigen Symbols: Dann geht es um kulturelle Hintergründe. Die Aussage will wohl niemand.
Weihbischof Stefan Zekorn (Münster): Natürlich können wir über Quoten diskutieren. Aber wenn wir schon Quoten haben, ist es nötig und andernfalls für sie beschämend, einen Teil mit muttersprachlichen Vertretern zu besetzen. Das wäre sehr bedenklich, um es vorsichtig auszudrücken. Das hätte etwas von Diskriminierung.
Christian Hermes (Stadtdekan Stuttgart): Wir kommen an die Grenzen der Vorstellung einer universal abdeckenden Repräsentanz. Die Frage nach der Zukunft der Kirche betrifft am stärksten die Frage der Geschlechtergerechtigkeit und der Jugend - da müssen andere Aspekte zurücktreten.
Ulrich Hemel: Die Quoten verschränken sich - es gibt auch Frauen unter 30 und junge Leute bei den muttersprachlichen Gemeinden. Wenn der Antragsteller sich auf drei Personen beschränken könnte, wäre die Chance auf eine Zustimmung größer - denn wir sprechen von nur 23 Plätzen.
Barbara Wieland: Viele muttersprachliche Gläubige sind ohnehin in den Pfarrgemeinden aktiv.
Erzbischof Stefan Heße: Ich bin Vorsitzender der Migrationskommission der DBK, aber ich habe Bedenken bei diesem Antrag. Wir gehen in die Zukunft! Es muss Ziel sein, dass die muttersprachlichen Gemeinden mit den Ortsgemeinden zusammenarbeiten. Wir brauchen andere Wege, wie die mutersprachlichen Katholikinenn und Katholiken in der Synodalkonferenz vertreten sind. Wenn dieser Antrag scheitert, wäre das zugleich ein schlechtes Signal. Könnten Sie sich daher vorstellen, den Antrag zurückzuziehen, damit wir andere Wege der Beteiligung finden?
Claudia Lücking-Michel: Wir müssen im ZdK sehen, dass alle repräsentiert sind.
Thomas Arnold: Ich bitte tatsächlich, den Antrag zurückzuziehen. Wir sollten aufpassen, dass wir kein Standes-Parlament bekommen. Alle müssen für alle mitdenken.
Antragsteller Emeka Ani: Den Antrag ziehe ich nicht zurück. Warum suchen wir einen anderen Weg, wenn es einen Weg gibt? Warum suchen wir einen anderen Weg, wenn es um die muttersprachlichen Gläubigen geht? Ich fühle mich ungerecht behandelt. Ich könnte mir vorstellen, dass eine Quote von drei Personen okay wäre. Ich habe kein Problem damit, wenn mein Antrag scheitert. Aber es bliebe hängen, dass die strukturelle Ungerechtigkeit bleibt.
Es wird nun über diesen Antrag abgestimmt:
“Die muttersprachlichen Gemeinden sollen mindestens mit 3 Personen in den 23 Personen vertreten sein.”
Das Ergebnis zur Beteiligung muttersprachlicher Gemeinden: 153 abgegebene Stimmen.
67 Ja, 64 Nein, 22 Enthaltungen. Damit ist der Antrag angenommen: Mindestens 3 Personen müssen aus den muttersprachlichen Gemeinden kommen.
Nun wird über die geänderte Wahlordnung insgesamt abgestimmt - also neben den Quoten auch darüber, die 23 Mitglieder in einem zweistufigen Verfahren zu wählen, wie zuvor von Charlotte Kreuter-Kirchhoff vorgestellt.
Das Ergebnis: 151 abgegebene Stimmen
135 Ja-Stimmen, 9 Nein-Stimmen, 7 Enthaltungen.
Damit ist die Wahlordnung angenommen.
Die Synodalversammlung hängt mehr als eine halbe Stunde hinter ihrem Zeitplan. Es steht noch eine Entscheidung über den weiteren Umgang mit den Ergebnissen des Monitorings über den gesamten Synodalen Weg und die Abstimmung über das Abschluss-"WegWort" an. Daher wird die eigentlich jetzt vorgesehene Pause gestrichen.
10:55
Zum Monitoring stellen Birgit Mock (Aachen) und Bischof Franz Jung (Würzburg) eine Vorlage vor - nachdem es gestern große Empörung darüber gab, dass das Monitoring anonym, also ohne Nennung der Bistümer, erfolgte. Die gestern Abend in der Kommission erarbeitete Vorlage lautet:
“1. Die Synodalversammlung ruft die Diözesanbischöfe auf, die Antworten ihrer (Erz-)Diözesen den synodalen Gremien ihres (Erz-)Bistums zur Verfügung zu stellen und ihnen weitere Entwicklungen seit der Erhebung zu erläutern.
2. Die Synodalversammlung empfiehlt den synodalen Gremien der (Erz-)Diözesen, sich mit den Antworten ihrer (Erz-)Diözesen auseinanderzusetzen und gemeinsam mit dem Diözesanbischof die weitere Umsetzung vorzubereiten.
3. Die Synodalversammlung fordert die Synodalkonferenz auf, regelmäßig die Umsetzung der Beschlüsse des Synodalen Weges zu monitoren.”
Die Aussprache wird eröffnet.
Kardinal Reinhard Marx: Ich sehe große Schwierigkeiten. Ich will keine Ober-Instanz, die ständig mich als Bischof kontrolliert. Genau das hat Rom kritisch moniert. Das ist nicht gewollt. Ich warne davor, diesen Weg zu beschreiten. Dass wir grundsätzlich über Beschlüsse reden, ist klar. Aber ich bin definitiv gegen diese Regelung.
Matthias Sellmann: Herr Kardinal, das halte ich für sehr problematisch. Wir versuchen hier synodale Lösungen zu finden, das ist kein Hineinregieren in Ihr Bistum. Man kann es auch als gegenseitiges Hören verstehen. Die Synodalkonferenz sollte entscheiden, ob die Anonymisierung nicht aufgehoben werden kann.
Bischof Franz Jung: Wir glauben, dass durch den zweiten Teil (wir empfehlen … gemeinsam mit dem Diözesanbischof …) kein Durchregieren gemeint ist, sondern eine Empfehlung, auf lokaler Ebene damit umzugehen. Die Diözesen haben ein Recht darauf zu erfahren, was der Stand ist.
Martina Kreidler-Kos (Osnabrück): Ich bin Mitglied dieser Kommission und wäre sehr dafür, dies hier so zu beschließen. Es braucht Rückenwind für die Diözesen.
Bernhard Emunds: Wir müssen schauen, was umgesetzt worden ist. Wenn wir uns ernst nehmen, braucht es diesen Mechanismus, der in keiner Weise eine Ober-Instanz ist, sondern die synodalen Gremien zusammen mit dem Bischof aktiviert.
Schwester Katharina Ganz: Ich sehe hier eine Aufgabenbeschreibung, aber keine Bevormundung. Das ist in den Orden langjährige Praxis.
Christian Hermes (Stadtdekan Stuttgart): Wir sollten diesen Beschluss so fassen, weil wir gesehen haben, dass viele Dinge in den Diözesen nicht verfolgt werden, obwohl die Bischöfe hier zuvor zugestimmt hatten. Kardinal Marx, es geht um eine Rechenschaftslegung, nicht um eine Bevormundung.
Margit Eckholt: Es steht weltweit an, das Bischofsamt theologisch neu zu reflektieren - da ist vieles nicht geklärt. Wir bleiben weltkirchlich verbunden in dieser Suche nach einer synodalen Gestalt des Bischofsamts.
Bischof Peter Kohlgraf (Mainz): Ich verstehe Kardinal Marx sehr gut. Die Diskussion nach der Vorstellung des Monitorings gestern war sehr emotional und anklagend. Das kann ich auf Dauer nicht akzeptieren. Da sind noch Bilder im Kopf, die zu klären sind: Wenn die Synodalversammlung sagt, sie sei der Souverän, ist das weltkirchlich sicher nicht kompatibel.
Thomas Arnold: Wenn wir hier Beschlüsse fassen, braucht es ein Qualitätsmanagementsystem. Das ist in den letzten Jahren nicht sauber geschehen. Wir sollten aber darauf achten, unsere Beschlüsse weiter zu sichern - ohne in eine emotionale Bewertung zu verfallen. Wenn wir es nicht machen, machen es andere - die Gesellschaft, die Welt. Wir haben eine Verpflichtung ihnen gegenüber.
Die Empfehlung der Synodalversammlung zum Umgang mit den Ergebnissen des Monitorings steht nun zur Abstimmung. Einige Delegierte haben den Saal offenbar verlassen, um im Hotel auszuchecken.
Das Ergebnis:
122 Ja-Stimmen, 11 Nein-Stimmen, 6 Enthaltungen.
Darin enthalten die Entscheidung der Bischöfe: 21 Ja, 10 Nein, zwei Enthaltungen. Da Enthaltungen nicht mitgerechnet werden, ist die Zweidrittelmehrheit der Bischöfe - extrem knapp - erreicht. Zugleich zeigt sich darin: Es sind nur noch 33 Bischöfe im Saal - das ist in etwa die Hälfte der Bischofskonferenz.
11:16
Die Präsidiums-Gruppe stellt das “WegWort” vor, die abschließende Botschaft der Synodalversammlung. Nach einer intensiven, kritischen Diskussion darüber am gestrigen Nachmittag hat am späten Abend diese Präsidiums-Gruppe aus beratenden Theologen daran nochmals gearbeitet.
Thomas Söding, Vize-Präsident aus Münster, führt ein: Die bisherige Vorlage wurde ad acta gelegt und ein komplett neuer Text entwickelt. Der Titel: “Für eine Welt, die Zukunft hat - mit einer Kirche, die Hoffnung macht.”
Schwester Katharina Kluitmann: Dieser Text wird vermutlich nicht den Goethe-Preis gewinnen, dazu waren wir zwischen 21 und 24 Uhr nicht mehr in der Lage. Es wurde ein kurzer Text gewünscht. Der Text beginnt mit dem Missbrauch, er blickt auf das, was in der Welt geschieht - da ging unser Weg los. Der zweite Abschnitt erzählt in der Spannung von “Wir glauben, das war gut, ohne dass wir schönreden müssen, wir haben gelernt, wir haben etwas erreicht, aber wird sind noch nicht fertig.” Von dort geht der Blick auf die Synodalkonferenz - mit dem deutlichen Blick auf die Welt. Wir sind in der Kirche nicht dafür da, uns um uns selbst zu drehen, sondern für das Wohlergehen und Heil der Menschen. Das WegWort endet nicht zufällig mit dem Wort “Zukunft”.
WegWort der Synodalversammlung
Hier finden Sie den Text des WegWortes dokumentiert.
Der Text wird allen vorgelegt. Es beginnt eine Aussprache.
Pfarrer Werner Otto: Der Text ist gut, mir fehlt aber, was wir erreicht haben - etwa zum Thema Homosexualität. (Er stellt zwei Änderungsanträge)
Bischof Stephan Ackermann: Eine Stelle klingt zu stark nach Kontrolle und ist nach innen gerichtet. Wir sollten uns nicht nur mit uns selbst beschäftigen. Da stelle ich einen Änderungsantrag
Irme Stetter-Karp: Wir beantragen als Präsidium wegen des Zeitplans Beendigung der Debatte und sofortige Abstimmung über den gesamten Text.
Über diesen Geschäftsordnungsantrag des Präsidiums wird nunmehr abgestimmt. (Auf der Rednerliste hätten noch zehn Wortmeldungen zu jeweils einer Minute gestanden).
Ergebnis der Abstimmung über Ende der Debatte und sofortige Abstimmung: 134 abgegebene Stimmen.
71 Ja, 56 Nein, sieben Enthaltungen - damit ist er angenommen.
Damit ist die Aussprache beendet, es geht direkt in die Abstimmung über das WegWort.
Das Ergebnis: 108 Ja, 20 Nein, 14 Enthaltungen.
Damit ist das WegWort angenommen. Hier finden Sie den Text des WegWortes.
Mit Standing Ovations für die ersten Präsidenten des Synodalen Wegs, den Münchner Kardinal Reinhard Marx und den früheren ZdK-Präsidenten Thomas Sternberg aus Münster, geht die Synodalversammlung in die Schlussphase. Bischof Georg Bätzing ergreift noch einmal das Wort und dankt allen Mitwirkenden und Mitarbeitenden. Irme Stetter-Karp betont das “Wir”, das sie bei diesem Weg erfahren hat. “Im ganz, ganz überwiegenden Teil war es auch für uns ein Vergnügen.”
Das Moderatoren-Team aus Katharina Norpoth und Michael Berentzen (Bistum Münster) gibt einige organisatorische Hinweise. Um 12 Uhr beendet eine Eucharistiefeier in der nahen Kirche St. Fidelis diese Synodalversammlung - und damit den Synodalen Weg in Deutschland.
Die nächsten Schritte: Die Deutsche Bischofskonferenz dürfte bei ihrer Vollversammlung ab dem 23. Februar in Würzburg über die Satzung und damit das Zustandekommen der geplanten Synodalkonferenz entscheiden. Unmittelbar zuvor wird der Essener Bischof Franz-Overbeck erneut nach Rom zu Gesprächen darüber mit der Kurie reisen. Das Signal, das er von dort mitbringt, wird nach seiner eigenen Einschätzung positiv sein - sodass dann auch die Bischofskonferenz kaum dagegen votieren dürfte. Anders sieht es aus, wenn dieses positive Signal aus Rom nicht käme.
Damit endet dieser Live-Ticker. Wir danken für Ihr Interesse und verweisen auf weitere Beiträge von Kirche+Leben im Lauf des Nachmittags: einen Bericht über die Abschluss-Pressekonferenz, über Reaktionen von Teilnehmenden und einen analysierenden Leitartikel über den gesamten Synodalen Weg.