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Das nationale Gremium soll an diesem Wochenende eine Satzung bekommen. Warum die Beteiligten nicht mit Gegenwind aus Rom rechnen.
In der katholischen Kirche in Deutschland gibt es möglicherweise bald schon ein neues nationales Gremium aus Bischöfen und Laien. Die Synodalkonferenz könnte zum ersten Mal am 6. und 7. November 2026 in Stuttgart zusammenkommen, kündigte die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, am Freitag in Fulda an. Ein zweiter Termin ist demnach für den 16. und 17. April 2027 in Würzburg angedacht.
In Fulda findet derzeit die mutmaßlich letzte Sitzung des Synodalen Ausschusses statt. Er soll unter anderem Voraussetzungen für eine geplante Synodalkonferenz schaffen, in der Bischöfe und Laien ihre Beratungen auf Bundesebene verstetigen wollen.
Der Weg der Satzung
In der Synodalkonferenz sollen sowohl die 27 Ortsbischöfe als auch Laien aus dem gesamten Bundesgebiet sitzen. Bis Samstag wollen die 62 in Fulda anwesenden Ausschuss-Mitglieder eine Satzung für das neue Gremium verabschieden. Diese regelt dann auch die Befugnisse und Kompetenzen der Synodalkonferenz.
Später müssen das ZdK und die Vollversammlung der deutschen Bischöfe der Satzung zustimmen, erläuterte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing. Danach werde die Satzung in Rom vorgelegt.
Die Einbindung des Vatikans
Der Vatikan hatte mehrfach Vorbehalte mit Blick auf das Projekt geäußert. Im Kern ging es dabei um die Frage, ob und in welcher Weise Bischöfe und Laien gleichberechtigt Entscheidungen über das kirchliche Leben in Deutschland fällen können.
Stetter-Karp und Bätzing zeigten sich zuversichtlich, dass es aus Rom keine grundsätzlichen Einwände gegen die Synodalkonferenz gebe. Die bisherigen Gespräche hätten ein „echtes Interesse an der Entstehung von etwas Neuem“ gezeigt, sagte die ZdK-Präsidentin. Bätzing betonte, man sei eingebunden in den vom damaligen Papst Franziskus angestoßenen Weg zu einer Veränderung und Erneuerung der Kirche.
Ruf nach mehr Tempo bei Reformen
Im Vorfeld des Treffens in Fulda forderten 18 katholische Verbände, Gruppen und Initiativen, die Reformvorhaben etwa beim Umgang mit sexuellen Minderheiten oder der Rolle von Frauen in der Kirche weiterzuentwickeln und kirchenrechtlich umzusetzen. Vor dem Tagungsort demonstrierten rund 20 Menschen gegen den Reformdialog in der Kirche und beteten den Rosenkranz.