Martin Remke ist neuer katholischer Notfallseelsorgekoordinator

Team der Notfallseelsorge im Kreis Warendorf sucht Mitstreiter

Sie leisten „Erste Hilfe für die Seele“, stehen denen zur Seite, für die ohne Vorwarnung eine Welt zusammenbricht. Seit 20 Jahren gehört Martin Remke zum Team der ökumenischen Notfallseelsorge in Hamm. Der Pastoralreferent der Pfarrei Clemens August Graf von Galen und Ehe-, Familien- und Lebensberater im Bistum Münster steht Betroffenen und Angehörigen in den ersten Stunden nach einem Notfall bei, begleitet Angehörige bei der Identifizierung von Toten und ist an der Seite der Polizei, wenn diese eine Todesnachricht überbringen muss. Jetzt übernimmt Remke eine weitere Funktion: Künftig koordiniert der 51-Jährige die Notfallseelsorge im Kreis Warendorf. Er folgt damit auf Michael Spanke, der Ende Juni in den Ruhestand verabschiedet wird.

„Die Aufgaben als Notfallseelsorger sind mir sehr vertraut“, betont Martin Remke, „doch als Koordinator kommen nun einige neue hinzu“, weiß der Vater von drei Kindern. Zu 123 Einsätzen wurden die 39 ehrenamtlichen Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger im vergangenen Jahr im Kreis Warendorf gerufen. Eben diese Einsätze sowie das gesamte System wird Remke künftig mit Pfarrerin Alexandra Hippchen von der evangelischen Kirche koordinieren. Zudem bleibt er Ansprechpartner für die Notfallseelsorge in Hamm.

„Der Austausch untereinander ist immens wichtig“

Seit März wird Remke von seinem Vorgänger Spanke in die Strukturen und die Organisation der Notfallseelsorge im Kreis Warendorf eingearbeitet. „Corona hat das Ganze etwas verzögert“, sagt Remke. Absprachen wurden per Videotelefonie getroffen, Unterlagen auf digitalem Wege übergeben.

Erst vor zwei Wochen konnte Remke einen Teil der neuen Kolleginnen und Kollegen bei einem Teamtreffen persönlich kennenlernen. „Der Austausch untereinander, das Gespräch über zurückliegende Einsätze ist immens wichtig“, betont er, besonders weil die Seelsorgerinnen und Seelsorger diese belastenden Aufgaben teilweise ehrenamtlich übernehmen.

Wer kann Notfallseelsorger werden?

„Wir setzen immer mehr auf Ehrenamtliche, die von uns gut ausgebildet werden“, erklärt Remke. Aus- und Fortbildung werde in der Notfallseelsorge im Kreis Warendorf großgeschrieben. „Nur so können die Notfallseelsorger Betroffene wirklich unterstützen und auch selbst vor belastenden Situationen ausreichend geschützt werden“, weiß der Notfallseelsorger.

Der neue Grundlagenkurs startet im Herbst und richtet sich an Menschen zwischen 25 und 65 Jahren, die sich zu ehrenamtlichen Notfallseelsorgerinnen und -seelsorgern ausbilden lassen wollen. Insbesondere in den Regionen um Telgte, Albersloh, Drensteinfurt, Rinkerode und um Sassenberg, Beelen und Wadersloh werden noch interessierte Frauen und Männer gesucht.

Was lernen angehende Notfallseelsorger?

Bestandteil des Kurses sind unter anderem die Einführung in die Technik der Gesprächsführung, Grundlagen der Psychotraumatologie, Umgang mit Kindern oder auch Worte und Rituale in der Notfallseelsorge. Neben der Teilnahme an fünf Fortbildungswochenenden, die zwischen Oktober 2020 und Februar 2021 in Münster stattfinden, sind ein Mindestalter von 25 Jahren, psychische Gesundheit, Fahrtüchtigkeit sowie die Bereitschaft, nach der Ausbildung mindestens ein Jahr lang als Notfallseelsorgerin und -seelsorger tätig zu sein, Voraussetzung für den späteren Einsatz. Die Ausbildung ist für die Teilnehmenden kostenlos.

Interessenten können sich wenden an Martin Remke, Telefon: 0 25 81/37 44 04; E-Mail: remke-m@bistum-muenster.de oder Pfarrerin Alexandra Hippchen, Telefon 0251/200 79 102 oder 0171 98 38 977, E-Mail: alexandra.hippchen@gmail.de.