Wissenschaftliche Untersuchungen werden drei Monate dauern

Telgter Pietá aus der Gnadenkapelle abtransportiert

Die Telgter Pietà hat die Gnadenkapelle verlassen. Nach einer kurzen Andacht wurde sie von einer Spezialfirma im luftgefederten und klimatisierten Transporter in einer Atelier gebracht, in dem sie weitreichenden Untersuchungen unterzogen wird. Geplant sind unter anderem Röntgen-Aufnahmen, um Informationen über untere Farbschichten und Beschaffenheit des Pappelholzes zu erhalten. Zu Palmsonntag soll es dann wieder an seine alte Stelle zurückkehren.

Die letzten Untersuchungen liegen etwa 30 Jahre zurück. „Mittlerweile hat sich die Technik aber weiterentwickelt, so dass neue Ergebnisse zu erwarten sind“, sagte Restauratorin Marita Schlüter. Gerade Beschädigungen in unteren Schichten könnten heute viel besser gefunden und behoben werden. Bei der Restaurierung gehe es aber nicht darum, die Darstellungen der Schmerzhaften Mutter aus dem 14. Jahrhundert in einen vorherigen Zustand zu versetzen. „Die heutige Anmutung wird erhalten bleiben.“

Langenfeld: Loch im Erleben der Wallfahrt

Michael Langenfeld, Propst in der St.-Marien-Gemeinde in Telgte, unterstrich die Notwendigkeit der Untersuchung, die sich an die Renovierung der Gnadenkapelle anschließt. „Allerdings war die Pietà noch nie so lange aus Telgte weg.“ Für viele Menschen, die in den kommenden Monaten nach Telgte kommen würden, reiße das in seinen Augen ein Loch in das Erleben der Wallfahrt. Das barocke Kreuz, das den Platz der Pieta bis zur Karwoche einnehmen werde, könne das kaum ersetzen.