Bischof Genn weiht neuen Altar

Telgter Wallfahrtssaison in renovierter Kapelle eröffnet

Der erste Blick beim Betreten der renovierten Wallfahrtskapelle gilt dem Telgter Gnadenbild vor der leuchtend goldfarbenen Wand. Ein Blick, der am Abend des 28. April vielfach für Staunen und zustimmendes Nicken sorgte.

Die meisten Besucher des feierlichen Gottesdienstes, bei dem Bischof Felix Genn die Wallfahrt eröffnete, die Gnadenkapelle segnete und den neuen Altar darin weihte, konnten erst nach der knapp dreistündigen Feier einen Blick hineinwerfen. Mehrere hundert Besucherinnen und Besucher waren in die Propsteikirche gekommen, per Losverfahren wurden rund 40 ausgewählt, die die Weihezeremonie in der Gnadenkapelle verfolgen durften. Für die übrigen Besucher wurde sie in Bild und Ton in die Propsteikirche übertragen.

Dank an Helfer

„Ich kann nur erahnen, wie viel Kraft und Arbeit in den vergangenen Monaten in diese Kapelle geflossen sind“, hatte Bischof Genn bei der Begrüßung betont und „ein großes Vergelt´s Gott“ all denjenigen ausgesprochen, die sich mit Ausdauer bei der Renovierung eingebracht haben.

Propst Michael Langenfeld schloss sich dem Dank an: Künstlerin Ingrid Bussenius aus Köln, der Telgter Architekt Ralf Pohlmann, Diözesankonservator Udo Grote, Mitglieder des Kirchenvorstands und des Wallfahrtsausschusses und nicht zuletzt die vielen „kompetent und liebevoll“ arbeitenden Handwerker hätten sich dafür eingesetzt, dass die Kapelle passend zur Wallfahrtseröffnung fertig werde.

Weinstock, Altar und Gnadenbild

Bischof Genn predigte in der Propsteikirche in Telgte, neben ihm steht das geschmückte Gnadenbild. | Foto: Ann-Christin Ladermann (pbm)
Bischof Genn predigte in der Propsteikirche in Telgte, neben ihm steht das geschmückte Gnadenbild. | Foto: Ann-Christin Ladermann (pbm)

Begleitet vom Propsteichor unter der Leitung von Michael Schmitt feierte der Bischof den Wortgottesdienst zunächst in der St.-Clemens-Kirche. In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte er drei Bilder: Weinstock, Altar und Gnadenbild. Wie im Evangelium gehört, bezeichne Jesus Christus sich selbst als Weinstock, an dem sich viele Reben befinden. „Es ist ein österliches Bild, ein Bild der Auferstehung. Es ist das Bild unserer Kirche“, betonte Genn und fügte hinzu: „Wir sind mit ihm verbunden.“

Der Altar sei ein Zeichen dafür, dass Gott zu jeder Zeit „gnädig gestimmt“ sei. Dort werbe er darum, bei ihm zu bleiben. „Heute wird das in der Wallfahrtskapelle ganz besonders deutlich“, sagte der Bischof. Wenn auf der Oberfläche fünf Feuer entzündet würden, stehe der Altar in Flammen: „Es ist ein Zeichen dafür, dass Jesus selbst für uns innerlich gebrannt hat. Und er möchte, dass wir für ihn brennen.“

Reliquien des Heiligen Martin und des Seligen Kardinal von Galen

Gemeinsam durchs Leben gehen – dafür stehe auch das Bild der Schmerzhaften Muttergottes von Telgte. Unzählige Bitten würden an sie herangetragen, „ich möchte nicht wissen, was sich – um es menschlich zu sagen – die Muttergottes hier alles anhören muss“, sagte Genn. Das Gnadenbild zeige, dass auch Schmerzen und Leid im Glauben einen Platz hätten. „Darum wollen wir in diesem Wallfahrtsjahr unter dem Leitwort ‚Suche Frieden’ inständig bitten: Dass die Wunden der Welt, vor allem in Syrien, heilen.“

Im Anschluss zog der Bischof in die Wallfahrtskapelle, wo er Reliquien des Heiligen Martin von Tours und des Seligen Clemens August Kardinal von Galen in den neuen Altar aus Stein einsetzte und diesen mit Weihwasser besprengte. Bekleidet mit einer Schürze goss Bischof Genn Chrisam-Öl auf den Altar und salbte ihn damit. Auf die fünf Kreuze, die an die Wundmale Christi erinnern, stellte er Schalen mit Weihrauch, die er gemeinsam mit Propst Langenfeld mit dem Licht der Osterkerze entzündete. Nach der Zeremonie feierte der Bischof die Eucharistie an dem geweihten Altar.

Prozession mit Gnadenbild

Mit dem Gnadenbild zogen die Gläubigen durch die geschmückte Altstadt. | Foto: Ann-Christin Ladermann (pbm)
Mit dem Gnadenbild zogen die Gläubigen durch die geschmückte Altstadt. | Foto: Ann-Christin Ladermann (pbm)

Mit dem Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter, das bis dahin noch in der Propsteikirche stand, zogen die Gläubigen, Mitglieder des Malteserordens sowie Fahnenabordnungen katholischer Verbände anschließend in einer Lichterprozession durch die geschmückte Altstadt. Durch die Dunkelheit getragen wurde das Gnadenbild dabei nach guter Tradition von Vertretern der Bäcker-, Metzger- und Brauergilde.