Weihbischof: Wir können kein Krankenhaus in Finanznot retten

Theising: Katholische Kliniken im Oldenburger Land haben Zukunft

Die 13 katholischen Krankenhäuser im Oldenburger Land haben nach den Worten von Weihbischof Wilfried Theising aus Vechta trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen eine Zukunft.  In einem Interview mit der Bistumszeitung „Kirche+Leben“ aus Münster sagte Theising, er würde es als „Verarmung“ ansehen, wenn sich die Kirche aus diesem Feld zurückzöge.

Allerdings sei es schwierig, „sie in unserem komplexen Gesundheitssystem wirtschaftlich zu führen“, sagte Theising, der Offizial für den niedersächsischen Teil des Bistums Münster ist. Es sei grundsätzlich wichtig, dass es katholische Krankenhäuser gebe.

Wortlaut des Interviews in der neuesten Ausgabe von „Kirche+Leben“, die sie hier bestellen können.

„Krankenhaus in Delmenhorst war nicht zu retten“

Zur Schließung des katholischen Josef-Hospitals in Delmenhorst sagte Theising, die Kirche habe das Krankenhaus nicht retten können. „Das überfordert grundsätzlich unsere finanziellen Möglichkeiten“, erklärte der Offizial. Katholische Krankenhäuser in wirtschaftlicher Schieflage könne die Kirche nicht stützen. „Schon eine einzige Klinik hat ja einen größeren Etat als der gesamte Offizialatsbezirk.“

Bei einer Sanierung wie in Delmenhorst flössen zweistellige Millionensummen. „Das könnten wir gar nicht leisten“, sagte Theising. Dabei sei auch zu berücksichtigen, dass es in der Region insgesamt 13 Kliniken in katholischer Trägerschaft gebe.

Der Bischöfliche Offizial leitet in Vechta eine eigene kirchliche Behörde für den niedersächsischen Teil des Bistums Münster; er amtiert als Generalvikar mit bischöflicher Amtsgewalt. Kirchenrechtlich ist das eine weltweit einmalige Regelung. Im Oldenburger Land leben etwa 270.000 katholische Christen. Das entspricht einem Viertel der Bevölkerung.