Diskussionsreihe zu gesellschaftspolitischen Fragen startet in Kleve

„Thekengespräche“ zum 160. von Kolping im Bistum Münster

Am 14. Januar 1859 veröffentlichte Münsters Bischof Johann Georg Müller im Kirchlichen Amtsblatt, dass der münsterische katholische Gesellenverein zum „Diözesanzentralverein“ bestimmt wurde. Der damalige Präses des Gesellenvereins, Johannes Reinermann, wurde gleichzeitig zum Diözesanpräses ernannt. Das Diözesan-Kolpingwerk besteht also in diesem Jahr seit 160 Jahren.

Das Gründungsjahr ist für den Diözesanverband in Münster Grund genug, im Bistum eine Diskussionsreihe über den Zusammenhalt der Gesellschaft aufzulegen. Die Reihe wird am 11. Februar um 19 Uhr im Kolpinghaus in Kleve eröffnet.

„Thekengespräche“ zu gesellschaftlichen Themen

„Wir haben viele Mandatsträger auf unterschiedlichen Ebenen und in vielen Parteien in unseren Reihen“, sagt Uwe Slüter, Diözesangeschäftsführer im Kolpingwerk. „Das betrifft die Arbeit in der Kommunalpolitik, die Vertretung in der Selbstverwaltung der Renten- und Krankenversicherung, bei den Handwerkskammern und dem Engagement als ehrenamtliche Richter. Wir wollem im Bistum über die Frage diskutieren, wo wir als Christen die Gesellschaft gestalten können. Wir wollen als Verband an dem Zusammenhalt der Gesellschaft mitwirken“, erläutert Slüter.

Um das Vorhaben in die Öffentlichkeit zu transportieren, soll das Format des „Thekengespräches“ getestet werden. Nach einem Impulsreferat von Regionalbischof Rolf Lohmann diskutieren er und der Landtagsabgeordnete René Schneider (SPD), Sprecher des Leitungsteams der Kolpingsfamilie in Xanten, über das christliche Engagement in Kirche und Gesellschaft.

Verband will Mut machen

„Wir wollen hören, welche Themen den Kolpingvertretern am Herzen liegen, ob es nun familienpolitische Themen betrifft oder die Asylpolitik. Wo geht im Diskurs ein Riss durch die Gesellschaft?“, ergänzt Daniel Fissenewert, Leiter des Verbandsekretariates. Er unterstützt Slüter bei der Vorbereitung der Veranstaltungsreihe. Dieses Format wird in den neun Regionen des Kolping-Diözesanverbandes angeboten.

„Wir wollen den Personen vor Ort Mut machen, sich gesellschaftlich einzumischen“, sagt Slüter. Den Auftrag zur Gestaltung der Gesellschaft schreiben wir bei Kolping groß.“

Gesellschaftlich prägende Kraft

Regionalbischof Rolf Lohmann ist bekennendes Mitglied bei Kolping. Und das schon seit langer Zeit. Immer wieder hat er in seinen verschiedenen Wirkungsstätten Kolpingsfamilien vorgefunden, die sich gesellschaftlich engagiert haben. Für ihn als Sohn eines Handwerksmeisters hat Kolping immer eine große Rolle gespielt. Lohmann denkt an viele Themen aus der Gesellschaft und der Arbeitswelt. Fehlende Fachkräfte, individuelle Überforderung, gerechte Entlohnung, die immer größere Schere zwischen Arm und Reich oder geregelte Einwanderung sind nur einige Stichwörter.

Für René Schneider spielt das Motto des verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau (SPD) eine große Rolle: Versöhnen statt spalten. „Es ist aktuell wieder besonders wichtig“, sagt er. Denn die neuen Medien polarisierten in einem ungeahnten Ausmaß. „Brexit, Klimawandel, Flüchtlingskrise – in vielen gesellschaftlich wichtigen Diskussionen stehen sich zwei Lager unversöhnlich gegenüber. Diese Gruppen müssen wir als Christen wieder zusammenführen. Im realen Leben und bei guten Gesprächen im Kolpinghaus Kleve.“