Einschätzungen von den deutschen Synodenteilnehmern

Themen der Synode: Frauen, Pflichtzölibat und Missbrauch

Der Umgang mit sexuellem Missbrauch ist aus Sicht deutscher Teilnehmer ein wichtiges Thema bei der gerade im Vatikan begonnenen Weltbischofssynode zur Jugend. Andererseits dürfe es bei dem Treffen auch nicht allein darum gehen, sagte Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, am Donnerstag in Rom. Marx räumte bei einer Pressekonferenz zur Bischofssynode erneut Versäumnisse der Kirche bei der Missbrauchsprävention ein.

Die von den deutschen Bischöfen in Auftrag gegebene Untersuchung zu Missbrauchsfällen in der deutschen Kirche habe wichtige systemische Punkte aufgezeigt, die die Bischöfe angehen müssten, so Marx weiter. Er gebe die Erfahrungen aus Deutschland gerne auch an andere Synodenteilnehmer weiter.

Frauen künftig mit Stimmrecht bei Synode?

Auf die Frage, welche Rolle das Thema Pflichtzölibat bei der Synode spiele, sagte Bischof Stefan Oster, Jugendbischof der Deutschen Bischofskonferenz, er sei nicht sicher, dass darüber „intensiver“ diskutiert werde. Sicher sei er hingegen, dass die Rolle von Frauen in der katholischen Kirche ein großes Thema sein werde. Auf die Frage, ob Frauen bei Bischofssynoden künftig auch ein Stimmrecht haben könnten, sagte Marx, ein „grundsätzliches Hindernis“ sehe er nicht. Zugleich betonte er, es gehe speziell um eine Bischofssynode und nicht um eine Diözesansynode.

Die Bischofssynode, die am Mittwoch im Vatikan begonnen hat und bis zum 28. Oktober geht, steht unter dem Titel „Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“. Neben den stimmberechtigten Synodenteilnehmern von Bischöfen und Ordensleuten gibt es externe Experten sowie ausgewählte sogenannte Auditoren, unter ihnen 34 junge Teilnehmer zwischen 18 und 29 Jahren. Diese sind als Redner zugelassen, haben aber kein Stimmrecht.