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In diesen Wochen empfangen viele junge Menschen ihre erste heilige Kommunion. Das Kirche+Leben-Team erinnert sich. Diesmal: Johannes Bernard.
Es muss ein schöner sommerlicher Tag gewesen sein, als ich im Jahr 1969 meine Erstkommunion feierte. Der dunkelblaue Anzug mit den kurzen Hosenbeinen passte wie angegossen. Dazu weiße Kniestrümpfe und ein weißes Einstecktuch im Sakko. Das zeigt das Bild, das von mir gemacht worden ist. Ein Profi war am Werk, denn es sollte ein Foto mit Erinnerungswert sein. Die Kommunionkerze in der einen Hand haltend, blickte ich weder lachend noch grimmig in die Kamera. Ein neutraler Gesichtsausdruck, würde ich sagen, dem würdigen Anlass entsprechend.
Auf die Feier freute ich mich, besonders auf den „Frankfurter Kranz“, den meine Tante immer zu den wichtigen familiären Feiern mitbrachte. Die Tafelrunde mit meinen drei älteren Geschwistern, den Eltern und den Verwandten durfte ich nach einer gewissen Zeit verlassen, ohne den Hinweis meiner Mutter zu überhören, den wertvollen Anzug beim Spielen im Garten ja nicht schmutzig zu machen. Auch bei der Dankandacht am Nachmittag sollte ich adrett aussehen.
Gruppenstunden waren eine schöne Zeit
Die Erstkommunion-Vorbereitung war eine schöne Zeit. Die Gruppenstunden waren immer ein guter Anlass, die Klassenkameraden wiederzusehen und sich zu Spielen zu verabreden. Von Jesus wusste ich schon einiges. Meine Eltern nahmen mich immer zu den Gottesdiensten mit, bei denen ich in den Kirchenbänken Kinderbücher fand, die ich durchschauen konnte.
Die Gruppenstunden mit unserer Katechetin, einer Ordensschwester, habe ich gern mitgemacht. Ich kannte sie schon aus meiner Zeit im Kindergarten und wusste, dass die Stunden wie im Flug vergehen würden.
Von den Geschenken weiß ich nicht mehr so viel. Das Geld, das ich bekam, sollte ich sparen für den „Weltspartag“. Den Anzug konnte ich auftragen, weil ich keinen jüngeren Bruder hatte, der ihn übernehmen konnte. Die kurze Hose überlebte den Sommer, aber nicht mehr das nächste Jahr.