Anzeige
Bald lässt Papst Leo XIV. in Rom über das 2016 erschienene Dokument beraten. Dabei bringt ein Laie von der hiesigen Universität sein Fachwissen ein.
Papst Leo XIV. hat den Pastoraltheologen Christian Bauer von der Universität Münster zum theologischen Experten der baldigen Weltversammlung der Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen in Rom berufen. Die Aufgabe der eingeladenen Fachleute sei es, die Erkenntnisse des Treffens zu „sammeln, zu interpretieren und zu bewerten“, heißt es in der offiziellen Einladung.
Die Versammlung soll sich vom 7. bis 14. Oktober mit dem vor zehn Jahren erschienenen Nachsynodalen Schreiben „Amoris laetitia“ befassen. Auch Münsters Bischof Heiner Wilmer wird als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz daran teilnehmen.
Bemerkenswerte Veranstaltung
Bauer schreibt auf Instagram, seine Berufung sei ein „nicht nur theologisch, sondern auch ethnografisch faszinierendes Projekt ,teilnehmender Beobachtung‘“. Er könne so an der „Tiefengrammatik pastoraler Zeitgenossenschaft“ mitarbeiten und zugleich „explorative Feldforschung hinter den Kulissen kirchlicher Organisationsstruktur“ betreiben.
Die Weltversammlung sei aus zwei Gründen bemerkenswert, schreibt Bauer: Einerseits mache Papst Leo XIV. die Bischofskonferenzen und ihre Vorsitzenden zu einem „neuen, hochrangigen Beratungsorgan für eine eminent wichtige Frage“. Andererseits gehe es bei „Amoris laetitia“ unausgesprochen auch um „Fragen kirchenamtlicher Lehrentwicklung“.
Bauer ist seit 2023 Professor für Pastoraltheologie und Homiletik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Zuvor lehrte er in Innsbruck. Von 2019 bis 2026 amtierte Bauer als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Pastoraltheologie.