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Staatsanwaltschaft Traunstein erhebt Anklage gegen 50-Jährigen

Theologe spielt Arzt und ordnet Hunderte Corona-Impfungen an

  • Ein Theologe soll sich als Arzt ausgegeben und Corona-Impfungen durchgeführt haben.
  • Deshalb hat die Staatsanwaltschaft Traunstein Anklage erhoben.
  • Gesundheitliche Komplikationen habe es nach den Impfungen wohl nicht gegeben.
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Weil sich ein Theologe als Arzt ausgegeben und Hunderte Corona-Schutzimpfungen vorgenommen und angeordnet haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Traunstein gegen den 50-Jährigen nun Anklage erhoben. Der Mann aus dem Landkreis München soll in Impfzentren in der Stadt Rosenheim, im Landkreis Dachau sowie bei mobilen Impfeinsätzen zwischen Februar und März 2021 im Einsatz gewesen sein, wie die Staatsanwaltschaft Traunstein am Dienstag mitteilte. Insgesamt 306 Impfungen nahm er den Angaben zufolge dabei selbst vor, mehr als 1.100 seien von ihm angeordnet worden.

Oberstaatsanwalt Björn Pfeifer wollte als Pressesprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) keine weiteren Details zu dem Theologen bekannt geben – weder seine Konfession, noch ob er momentan oder vor seiner Tätigkeit als Impfarzt in einem theologischen Beruf gearbeitet hat. „Er hat nach unserer Kenntnis ein theologisches Studium abgeschlossen“, sagte der Oberstaatsanwalt. Schlecht gemacht hat der Theologe seinen Job als Impfarzt offenbar nicht: Anhaltspunkte für gesundheitliche Komplikationen wegen seiner Tätigkeit gebe es nicht.

Theologe räumt Fälschung ein

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm dennoch gefährliche sowie vorsätzliche Körperverletzung, Verstöße gegen das Heilpraktiker-Gesetz, Urkundenfälschung, gewerbsmäßigen Betrug und Missbrauch von Titeln und Berufsbezeichnungen vor. Der Verdacht von Körperverletzungsdelikten bestehe bei der Verabreichung von Injektionen unabhängig von tatsächlichen gesundheitlichen Komplikationen, hieß es. Der Angeklagte habe sich bislang nicht zu den Tatvorwürfen geäußert – nur die Fälschung seiner Approbationsurkunde als Arzt habe er einer Sachverständigen gegenüber eingeräumt.

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