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Gemeinden sollten „missionarischer werden. Sonst werden sie sterben“

Theologe: Viele Predigten sind nicht besonders gottvoll

Der Theologe Johannes Hartl kritisiert die Glaubensverkündigungen in vielen katholischen Gemeinden in Deutschland. Gottesdienste müssten „gottvoll und erlebnisstark“ sein, meint Hartl. Außerdem müssten die Gemeinden „missionarischer werden. Sonst werden sie sterben“.

Johannes Hartl (37), katholischer Theologe und Organisator der „Mehr“-Konferenz in Augsburg, kritisiert die Glaubensverkündigungen in vielen katholischen Gemeinden in Deutschland. „Man kann sagen, dass viele Gläubige ihre Pfarrgemeinde und die Gottesdienste nicht gerade als ein sehr spirituell ergreifendes Erlebnis wahrnehmen“, sagte er am Montag dem Internetportal katholisch.de in Bonn. Die Gottesdienste müssten „gottvoll und erlebnisstark“ sein. Außerdem müssten die Gemeinden „missionarischer werden. Sonst werden sie sterben“.

Hartl ist Gründer des 2007 ins Leben gerufenen Gebetshauses in Augsburg. Er organisiert seit 2008 zudem jährlich die ökumenische „Mehr“-Konferenz. An dem viertägigen Treffen charismatisch orientierter Christen hatten Anfang Januar über 10.000 Christen aus ganz Europa teilgenommen.

Der katholische Theologe betonte zudem, in vielen Gottesdiensten hörten die Menschen „wenig Klartext“. Der Aufruf zur Bekehrung und zur realen Lebensveränderung sei aber absolut notwendig. „Leider kommt das in der Kirche kaum vor“; Grund sei ein verbreitete „Menschenfurcht“. In der Kirche gebe es „zu viele aufgesetzte Formen und zu wenig betroffene Rede. Denn nur Begeisterte können auch andere begeistern“. Gleichzeitig sei er davon überzeugt, dass „eine Predigt umso mehr Kraft hat, je näher sie an der Bibel ist. Das Wort Gottes hat Kraft“.

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