„Politik der Partei für Christen unannehmbar“

Theologen: AfD-Vertreter vom Katholikentag ausladen

Theologen aus ganz Deutschland kritisieren die Einladung der AfD zum Katholikentag in Münster. „Die Einladung des AfD-Vertreters stellt eine Normalisierung einer menschenfeindlichen und hasserfüllten Politik dar“, heißt es in einer am Montag in Münster veröffentlichten Erklärung.

Die 47 Unterzeichner fordern, den kirchenpolitischen Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Volker Münz, vom Katholikentag auszuladen. Die Politik der Partei sei für Christen unannehmbar und überschreite eine rote Linie. Münz soll am Samstag, 12. Mai, um 14 Uhr in der Halle Münsterland gemeinsam mit Religionspolitikern der anderen Bundestagsfraktionen diskutieren.

Trotz Einzugs in den Bundestag „auf keinen Fall“ akzeptabel

Bisher habe sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) klar von der AfD abgegrenzt, heißt es. 2016 hatte kein AfD-Politiker beim Katholikentag mitgewirkt. Mit der Einladung breche das ZdK mit dieser Linie und vermittele, die AfD sei jetzt akzeptabel. Für Christen legitimiere der Einzug der Partei in den Bundestag aber „auf keinen Fall die Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts“.

Als Mitglied des rechten Parteiflügels unterstützt Münz nach Auffassung der Unterzeichner die Radikalisierung der AfD. Seine Einladung delegitimiere den Katholikentag in der öffentlichen Wahrnehmung. „Nicht die AfD wird zum Opfer, wenn sie vom Katholikentag ausgeladen wird, sondern bei ihrem Auftritt werden es all diejenigen, die unter Rechtsextremismus, Nationalismus und Sexismus zu leiden haben.“

Initiatoren der Erklärung sind die Theologen Philipp Geitzhaus (Münster), Jan Herbst (Dortmund), Christoph Holbein (Essen), Julia Lis (Münster), Gregor Taxacher (Dortmund) und Judith Wüllhorst (Münster). Das Mitwirken eines AfD-Politikers beim Katholikentag war bereits auf breite Kritik gestoßen.