WISSENSCHAFT

Dogmatikerin Spies: Theologie muss rechten Ideologen widersprechen

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Seit Jahren instrumentalisieren Politiker das Christentum für ihre Zwecke. Die Salzburger Professorin ruft zur Gegenrede auf.

Von KNA

Rechte Ideologen vereinnahmen nach dem Urteil der Salzburger Theologin Franca Spies christliche Begriffe für ihre Zwecke. Widerspruch dagegen sei „dringend geboten“, sagte die Dogmatikerin den „Salzburger Nachrichten“.

Die betreffenden Politiker benutzten religiöse Motive sinnentleert als „symbolisch aufgeladene Identitätsmarker“ und wollten damit „vielleicht noch ein bisschen im christlichen Milieu nach Anhängern fischen“.

Als Beispiel nannte sie die Bezugnahme auf die Apokalypse durch den US-Tech-Milliardär Peter Thiel, der zu den Unterstützern von Donald Trump und J.D. Vance zählt. In seiner Deutung der biblischen Bilder greife Thiel auf Konzepte des deutschen Staatsrechtlers Carl Schmitt (1888–1985) zurück, dem es um eine Legitimation einer Politik des Ausnahmezustands und des antidemokratischen Autoritarismus gehe. Trump sei für Thiel der Souverän, der über den Ausnahmezustand entscheide.

Es werden falsche Propheten auftreten

Solche Lesarten der Apokalypse dienten letztlich der „Stabilisierung politischer Herrschaftsansprüche“, kritisierte Spies. Im Gegensatz dazu gehe es bei der biblischen Apokalyptik um eine befreiende Hoffnungsperspektive für Unterdrückte.

Die Theologie und die Kirchen sollten gegen ideologische Vereinnahmung der Religion „differenzierte Interpretationen der Glaubensinhalte in Stellung bringen“, forderte die Dogmatikerin. Hilfreich sei eine „gute theologische Ausbildung“.

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