Münsteraner Professorin nimmt Drohungen aus dem Vatikan wahr

Theologin Sattler: Diskussion um Frauen-Priestertum wird schärfer

Der Ton in der Diskussion um eine mögliche Priesterweihe von Frauen hat sich nach Einschätzung der Münsteraner Theologin Dorothea Sattler verschärft. Im aktuellen Schreiben des Vatikan sei für sie „eine gewisse Drohung spürbar, dass Menschen, die anders argumentieren, sich selbst außerhalb der in der Christusgemeinschaft begründeten Kirche begeben“, sagte sie dem Portal katholisch.de am Samstag in Bonn. Auch erkenne sie in dem Schreiben keine neuen inhaltlichen Argumente.

Glaubenskongregation bekräftigt Nein zur Weihe

Vor wenigen Tagen hatte der Vatikan das Nein der katholischen Kirche zur Priesterweihe für Frauen bekräftigt. Darüber habe das unfehlbare Lehramt der Kirche entschieden, betonte der Leiter der Glaubenskongregation, Erzbischof Luis Ladaria, in einem Beitrag für die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“.

Er verwies auf das Schreiben „Ordinatio sacerdotalis“ von 1994: Dabei handele es sich um eine Wahrheit, „die zum Glaubensgut der Kirche gehört“. Johannes Paul II. (1978-2005) hatte damals erklärt, „dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben“.

Kein Anlass erkennbar

Sie sehe keinen unmittelbaren Anlass für den Beitrag in der Vatikanzeitung, erklärte Sattler. Die Argumentation konzentriere sich darin „auf das Mann-Sein Jesu Christi“, während frühere Beiträge differenzierter gewesen seien. „Wichtig wäre es nun, in einen intensiven theologischen Dialog zu treten“, betonte die Theologin, die die Frauenordination befürwortet.