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Ehemalige Referentin des BDKJ Vechta: Junge Erwachsene in den Blick nehmen

Theresa Krämer forscht zum Thema „Kirche und Glaube nach Corona“

  • „Können wir als Kirche wie früher leben oder haben die Menschen nun andere, neue Bedürfnisse?“ Diesen Fragen geht die Theologin Theresa Krämer in ihrer Forschung nach.
  • Theresa Krämer, die gebürtig aus Lohne stammt, hat einen Fragebogen entwickelt, der über die sozialen Medien verteilt wird.
  • Die ausgebildete Pastoralreferentin und ehemalige BDKJ-Referentin fordert, junge Erwachsene stärker in den Blick zu nehmen.
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„Wie wird es nach Corona weitergehen? Steigen dann alle wieder gedankenlos ins Flugzeug und machen weiter wie bisher?“ Solche Fragen diskutiert Theresa Krämer gerade häufiger mit ihrem Mann in Königswinter. Nun will die studierte Theologin und Pastoralreferentin dieser Frage auch mit Blick auf die katholische Kirche und den christlichen Glauben nachgehen: „Wie kann kirchliches Leben nach Corona aussehen? Was für neue pastorale Angebote brauchen wir, um den Menschen auch nach Corona gerecht zu werden? Wird es mehr digitale Veranstaltungen geben und weniger Gottesdienstbesucher?“

Theresa Krämer hat sich nun aufgemacht, eine Forschungsarbeit über das Thema „Kirche und Christsein nach Corona“ zu schreiben. Unterstützt wird sie dabei von Matthias Sellmann, Leiter des Zentrums für angewandte Pastoralforschung in Bochum. Die Ergebnisse sollen abschließend als Buch erscheinen.

Vielen ist die ehemalige Referentin des Bundes Deutscher Katholischer Jugend (BDKJ) im Bischöflich Münsterschen Offizialat Vechta noch unter ihrem Nachnamen „Schneider“ bekannt. Dort hat sie bis 2013 als Ansprechpartnerin für junge Erwachsene gearbeitet.

Besonders junge Erwachsene und Familien im Focus

„Ich brenne darauf wieder als Theologin aktiv zu werden. Mit zwei kleinen Kindern ist das nicht so einfach umsetzbar“, berichtet die 44-jährige am Telefon. 2013 zog die gebürtige Lohnerin „der Liebe wegen“ wie sie mit einem Lachen sagt, von Vechta ins Rheinland. Attraktive Stellen gebe es auch dort für die Diplom-Theologin und ausgebildete Pastoralreferentin, „aber dann könnte ich wegen der langen Fahrtwege meinen Kindern nicht mehr gerecht werden.“

In ihrer Forschungsarbeit nimmt Krämer vor allem die Zielgruppe der jungen Erwachsenen und der Eltern kleiner Kinder im Alter von 20 bis 50 Jahren in den Blick. Vieles sei im Umbruch, „was wir als Betroffene noch gar nicht absehen können“, sagt die Theologin. „Der Umgang mit der Corona-Pandemie verändert unser Leben und zwingt uns unseren Alltag anders zu gestalten.“ Gerade für junge Erwachsene und junge Familien in der „Rushhour“ des Lebens sei dies keine einfache Situation.“

Forschungsergebnisse sollen als Buch erscheinen

Über einen Online-Fragebogen kommt sie den Antworten auf die Spur. 19 Fragen mit verschiedenen Aussagen stehen zur Auswahl bereit, zum Beispiel „Wie hat sich Ihr Gottesdienstverhalten während der Corona-Pandemie verändert?“, „Was wünschen Sie sich in dieser Zeit von der Kirche, beziehungsweise Ihrer (Wahl-)Gemeinde?“ oder „Wie hat sich Ihre Gebetspraxis zuhause verändert?“

Über 400 Rückmeldungen hat Theresa Krämer bereits erhalten. „Viele Antworten bringen mich aber auch zu neuen Fragen, so zum Beispiel inwiefern junge Erwachsene von Einsamkeit betroffen sind.“ Dieser Aspekt sei neben der Angst um den Arbeits- oder Ausbildungsplatz besonders deutlich geworden. „Viele junge Erwachsene haben Zukunftsängste.“ Sie seien als jüngste Arbeitnehmer in schwachen Konjunkturzeiten als erstes von Kündigungen betroffen. Für Theresa Krämer ist klar: „Wir als Kirche müssen die Herausforderungen und Nöte junger Erwachsener im Blick behalten, wenn Kirche eine Zukunft haben will.“

Ein zweiter Fragebogen ist spätestens Ende 2021 geplant. Aus den Ergebnissen soll ein Buch entstehen.

Bis zum 24.12.2020 ist es möglich, an der Umfrage teilzunehmen.
Hier geht es zur Umfrage.

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