Früherer Priesterrats-Moderator wird Mönch in den Niederlanden

Thomas Frings tritt in Benediktinerkloster ein

Thomas Frings, langjähriger Pfarrer in Münster, will Benediktinermönch werden. Wie kirchensite.de erfahren hat, will der 55-Jährige am 3. Oktober sein Postulat in der niederländischen Abtei St. Willibrord in Doetinchem beginnen. Zu der Gemeinschaft gehören derzeit rund ein Dutzend Mönche: sechs Brüder mit ewigen Gelübden, fünf mit zeitlichen – und künftig zwei Postulanten. Das Postulat ist die Vorstufe zum Noviziat, der Ausbildung im klösterlichen Leben.

Frings, der auch Moderator des Priesterrats im Bistum war, hatte sich nach Ostern als Pfarrer beurlauben lassen, weil ihm „die Perspektive abhanden gekommen“ war, wie er in einer bundesweit beachteten Stellungnahme erklärt hatte. Er erkenne keinen Konsens in der Frage, wie sich die Kirche angesichts ihres gesellschaftlichen Bedeutungsverlustes einerseits und des Bedeutungsverlusts des in der Kirche gelebten Glaubens für die Zukunft aufstellen will. „Gemeinden, Seminare und Klöster werden geschlossen oder zusammengelegt, um dann meist das Bisherige weiterzumachen“, beklagte Frings.

„Ich muss das Evangelium konsequenter leben“

Im Gespräch mit kirchensite.de hatte der Priester erklärt, er habe „den Glauben an Pläne verloren, aber nicht ans Evangelium. Also habe ich mir gesagt: Dann musst du das Evangelium konsequenter leben“. Nach seinem Abschied aus der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster im April hatte sich Frings bereits in die niederländische Benediktinerabtei zurückgezogen, um zu prüfen, ob diese Lebensform die für ihn richtige ist.

Thomas Frings wurde 1960 in Kleve geboren – 40 Kilometer von der Abtei St. Willibrord entfernt. 1987 empfing er die Priesterweihe, war anschließend in mehreren Gemeinden tätig, seit 2009 als Pfarrer in der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster. Zudem leitete der Kunsthistoriker die Kunstkommission des Bistums Münster.

Benediktsregel: Skepsis gegenüber Priestern

Nach seiner Beurlaubung durch Bischof Felix Genn blieb Frings Priester. Seinen Weg im Kloster beginnt er gleichwohl wie jeder andere Neuling auch. Benedikt von Nursia (480-540) sieht in seiner Regel sogar mit Skepsis auf Priester, die Mönche werden wollen. In einem eigenen Kapitel mahnt er, ihrer Bitte um Aufnahme nicht sofort zuzustimmen. Und er schärft der Gemeinschaft ein: „Wenn es um die Besetzung eines Amtes oder eine andere Angelegenheit im Kloster geht, nimmt ein Priester den Platz ein, der seinem Eintritt ins Kloster entspricht, nicht jenen, der ihm sonst aus Ehrfurcht vor dem Priestertum eingeräumt wird.“