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Ankündigung bei Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken

Thomas Sternberg hört im November als ZdK-Präsident auf

  • Thomas Sternberg aus Münster tritt im November nicht erneut als Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken an.
  • Das hat er bei dessen digitaler Vollversammlung gesagt.
  • Bereits bei seiner Wahl 2015 hatte er angekündigt, nur bis 2021 amtieren zu wollen.
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Er habe das schon bei seiner ersten Wahl angekündigt, Freunde und Mitstreiter sind trotzdem überrascht und erschrocken: Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg (69), hat am Freitag angekündigt, im November nicht wieder für das Amt zu kandidieren.

Der Münsteraner hatte das höchste repräsentative Amt der deutschen Laienkatholiken 2015 vom CSU-Politiker Alois Glück übernommen - und damit die ununterbrochene Reihe der Unionspolitiker im Amt fortgesetzt. „Als Sie mich 2015 zum Präsidenten des ZdK wählten, hatte ich angekündigt, für die restliche Periode meines Vorgängers Alois Glück und eine weitere zur Verfügung zu stehen“, sagte Sternberg bei der ZdK-Frühjahrsvollversammlung und verwies auf sein Alter. An seiner Entscheidung habe sich nichts geändert.

Wechsel in schwieriger Zeit

Ein Personalwechsel in schwieriger Zeit: Das Katholikenkomitee steckt mitten in der Auseinandersetzung um die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der Kirche. Den Reformprozess des Synodalen Wegs, der im Dezember 2019 startete, hat Sternberg wesentlich mitgestaltet.

Auch das ZdK selbst erlebt Umbrüche: Im Januar 2020 hatte mit Marc Frings ein neuer Generalsekretär sein Amt aufgenommen. Im kommenden Januar zieht das Sekretariat von Bonn nach Berlin. Die katholischen Laien sollen näher an den politischen Entscheidungsträgern sein.

Lange Jahre im „Franz-Hitze-Haus“

Der gebürtige Sauerländer Sternberg ist ein Baum von einem Mann, der großen Tatendrang ausstrahlt. Nach dem Abendgymnasium studierte er Germanistik, Philosophie, Kunstgeschichte, Theologie, promovierte gleich zweimal, in Germanistik und in Theologie. Das Auslandsstudienjahr in Rom hat ihn tief geprägt.

Als Direktor der Bistumsakademie „Franz-Hitze-Haus“ in Münster profilierte Sternberg diese auch als Stätte von Kultur und Ausstellungen. Zusätzlich engagierte sich der Vater von fünf Kindern in Münsters Stadtrat und wurde später kulturpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Düsseldorf. Seit 2001 ist er Honorarprofessor für Kunst und Liturgie an der Uni Münster.

Volkskirche, Liturgie und Glaube

Sternberg ist klar, dass die Kirche in Deutschland vor einem dramatischen Wandel steht und ihre Rolle neu definieren muss. In der Bewerbungsrede 2015 vor der Vollversammlung des ZdK sprach der frühere Bäckergeselle davon, dass die Laien in der Kirche Sauerteig sein sollten.

Sternberg selbst steht mit einem Bein noch in volkskirchlichen Strukturen, wie er sie in Westfalen erlebt hat. Die Liturgie ist ihm wichtig, besonders die Feier der Osternacht, auch Taizé. Über seinen eigenen Glauben sagt Sternberg, er sei engagiert und kritisch.

Rolle der Frauen

Der Münsteraner verkörpert Stehvermögen und Selbstbewusstsein, kann klare Kante zeigen. Beim Katholikentag in Leipzig 2017 hielt er gegen massive Kritik daran fest, der AfD kein Podium zu bieten.

Mehrfach hat er sich für ein neues Konzil ausgesprochen - auch, um die Rolle der Frauen in der Kirche voranzubringen. Er ist für die Öffnung des Diakonenamtes für Frauen, fordert mehr Gewaltenteilung und eine Verwaltungsgerichtsbarkeit in der Kirche.

Segnung von Homosexuellen

Dem Nein der Glaubenskongregation zur Segnung homosexueller Paare hat er massiv widersprochen. Im Streit um das Kölner Missbrauchsgutachten forderte er offen personelle Konsequenzen von den Verantwortlichen.

Umso mehr zeigte sich Sternberg am Freitag verletzt von Kritik, er sei zu wenig kritisch mit Blick auf die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch, suche einen zu starken Schulterschluss mit den Bischöfen und stelle zu wenig das Leid der Betroffenen und Opfer in den Mittelpunkt der Aufarbeitung. „Dieser Vorwurf trifft mich zutiefst, und ich halte ihn auch in der Sache für falsch“, sagte er. „Einem polarisierenden, oft polemischen und hysterischen Debattenstil, wie er durch die so gar nicht sozialen Social Media befördert wird, möchte ich entschieden entgegentreten.“

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