Amtseinführung des neuen Bischofs am 27. August

Timmerevers in Dresden: Beobachte Pegida aufmerksam

Dresdens künftiger katholischer Bischof Heinrich Timmerevers ruft mit Blick auf fremdenfeindliche Aktionen in Sachsen zum Schutz der Menschenwürde auf. Wenn sie gefährdet sei, dürften die Kirchen nicht schweigen, sagte Timmerevers am Dienstag (10.05.2016) in Dresden. Die Würde jedes Menschen müsse respektiert werden, "egal, woher er kommt".

Erstmals nach seiner Ernennung ist Timmerevers derzeit Gast in seinem neuen Bistum. Nach einem Gottesdienst in der Dresdner Kathedrale erlebte er am Montagabend (09.05.2016) eine Pegida-Demonstration, die an der Hofkirche vorbeizog. Bisher habe er solche Kundgebungen nur über die Medien kennengelernt, sagte Timmerevers. Er werde sie "sehr aufmerksam" beobachten. Bereits als Oldenburger Regionalbischof hatte sich Timmerevers unter anderem mit dem Projekt "Würdenträger" für Menschenrechte engagiert.

Treffen mit Ministerpräsident und Landesbischof

In Dresden traf der Weihbischof außer mit Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) auch mit dem evangelischen Landesbischof Carsten Rentzing zusammen. Die Begegnung sei sehr herzlich verlaufen, sagte Timmerevers. Er kündigte an, die guten ökumenischen Kontakte in Sachsen und Ost-Thüringen fortsetzen zu wollen.

"Wir finden als Kirchen nur zueinander, wenn wir uns nicht an unseren jeweiligen Profilen reiben, sondern wenn wir den Reichtum des jeweils anderen entdecken", betonte der Weihbischof. In einer solchen Haltung könnten die Kirchen auch 2017 das 500-Jahr-Gedenken des Reformationsbeginns "gemeinsam gestalten" und auf Christus, die Mitte des Glaubens, schauen.

Timmerevers wird am 27. August – in 14 Wochen – ins Bischofsamt eingeführt. Bis dahin amtiert der Weihbischof weiter als Offizial im niedersächsischen Teil des Bistums Münster. Das Bistum Dresden-Meißen leitet einstweilen Diözesan-Administrator Andreas Kutschke.