Worauf soll ich achten – und was geht gar nicht?

Tipps für Nikolaus-Darsteller: Mitra und Stab sind ein Muss

Plötzlich Nikolaus! Wer zum ersten Mal gebeten wird, bei Bekannten oder Nachbarn diese Rolle zu übernehmen, steht oft ziemlich unvorbereitet vor Fragen wie: Worauf muss ich dabei eigentlich achten? Was sollte ich tun und sagen – und was auf keinen Fall? Heinrich Siefer, Dozent der Katholischen Akademie Stapelfeld, gibt Antworten auf fünf drängende Fragen für Neulinge.

Kirche+Leben: Was raten Sie jemandem, der als Nikolaus unterwegs ist? Worauf sollte er achten?

Heinrich Siefer: In erster Linie auf ein würdevolles Auftreten. Er sollte durch seine Kleidung deutlich machen, dass er auch rein gar nichts mit den „Weihnachtsmännern“ in den Kaufhäusern und Straßen zu tun hat. Der Nikolaus sollte sich sehr deutlich vom „Weihnachtsmann“ absetzen, auch dann, wenn Kinder ihn damit verbinden möchten. Er sollte den Kindern auch sagen: Ich bin nicht der Weihnachtsmann! Es gibt Zeichen und Gegenstände, an denen ihr mich als Bischof Nikolaus erkennen könnt.

Was gehört unbedingt zum äußeren Erscheinungsbild?

Ein Nikolaus hat als Botschafter des Heiligen unbedingt im bischöflichen Gewand, mit Bischofsstab und Mitra aufzutreten. Das Buch, das traditionell der Nikolaus bei sich trägt, ist kein „Sündenregister“, sondern steht für die Heilige Schrift. Bischof Nikolaus hat ja in seinem Leben die Botschaft des Evangeliums gelebt, durch Nächstenliebe. Ein Nikolaus hat auch Würde auszustrahlen. Er ist keine Werbe-Ikone, kein Kasper. Der Nikolaus kann auch durchaus ein Brustkreuz tragen und einen Bischofsring. Fehlen dürfen auf keinen Fall Mitra, Bischofsgewand und Bischofsstab.

Wie sollte sich ein Nikolaus vorbereiten?

Ein Darsteller sollte sich unbedingt über das Leben des heiligen Nikolaus kundig machen. Er sollte zum Beispiel etwas von dessen Lebensgeschichte kennen, sich einige Legenden anschauen, besonders die Erzählungen, die vom Teilen und Schenken, etwa die von den drei armen Mädchen, geprägt sind, oder von der Hilfe und Fürsorge für Arme und Hungernde. Er sollte sich auch darüber klar sein, dass er als Botschafter für die bedingungslose Liebe Gottes zu den Menschen steht.

Heinrich Siefer.
Heinrich Siefer.

Wo sehen Sie eine Gefahr? Was sollte ein Nikolausdarsteller auf keinen Fall tun?

Der Nikolausdarsteller sollte sich auf keinen Fall als „Erziehungsvehikel“ in Ergänzung zu den Eltern verstehen, nach dem Motto: Das hast du falsch gemacht, dieses oder jenes kannst du noch nicht. Er sollte keine „Liste von Fehltritten“ des Kindes abarbeiten, die ihm vielleicht die Eltern an die Hand geben. Der Nikolaus bestraft auch keine Kinder. Er besucht die Familie nur, um Freude zu bereiten und vielleicht auch ein kleines Geschenk mitzubringen. Und er betont höchstens, was jemand gut gemacht hat.

Welche Chance sehen Sie für einen Darsteller, die frohe Botschaft zu verkünden?

Der Nikolaus ist ein Freund der Kinder. Er schenkt einfach so! Er braucht auch in der Regel keinen Knecht Ruprecht als Begleiter, der dann die Kinder mit der Rute in Schach hält oder verängstigt. Wenn schon ein Knecht Ruprecht, dann ist deutlich zu machen, dass der „gefesselt“ ist von der bedingungslosen Liebe, die der Nikolaus zeigen möchte. Der Dunkle, der Böse muss sogar Geschenke verteilen, statt böse zu sein.