Schüler und Lehrer von katholischem Gymnasium und Internat als Komparsen dabei

TKKG drehen auf der Loburg in Ostbevern neuen Kino-Film

Ein ganz normaler Tag auf dem Gymnasium und Internat Loburg in Ostbevern: Mit ihren bunten Taschen und Rucksäcken laufen die Schülerinnen und Schüler über den Schulhof, unterhalten sich, machen Witze. Doch etwas ist anders: Unterricht findet nicht statt.

Stylisten und Frisöre kümmern sich mit Haarspray, Puder und Kämmen darum, dass alle gut aussehen. Und was machen die ganzen Kameras, Planen und so viele Menschen hier?
Die Loburg wird Schauplatz des TKKG-Films. Was viele aus ihrer Kindheit als Hörspiel kennen, kommt im nächsten Jahr in die deutschen Kinos – und Erwachsene, Kinder und Jugendliche aus der Region sind live dabei.

Schüler und Lehrer übernehmen Rollen

Denn was wäre die Loburg – so wird die Schule auch später im Film heißen – ohne Schüler und Lehrer? Rund 130 Komparsenrollen übernehmen die Loburger. Sie können einmal ganz nah dabei sein und alles verfolgen, während ein Kinofilm gedreht wird.

Für eine Szene versammeln sich die Schüler auf dem Pausenhof in einem großen Kreis. Mitarbeiter von Warner Bros Entertainment, der Filmagentur, die den Film dreht, laufen umher und geben Anweisungen. Manche sollen noch ein paar Zentimeter nach links oder nach vorne rücken.

Wichtige Anweisungen

Vorher gab es noch eine Ansage an alle, wie Sascha Sohn erzählt: „Es ist wichtig, dass wir immer gleich aussehen. Wir können nicht zwischendurch mal unsere Jacke öffnen, wenn sie im vorherigen Dreh geschlossen war, oder plötzlich die Brille absetzen.“

Der 41-Jährige unterrichtet auf der „richtigen“ Loburg Mathe und Physik. Auch im Film spielt er einen Lehrer. Alles beim Alten, dürfte er sagen, doch für die Rolle bekam er eine Perücke und andere Kleidung.

Perfektion braucht ihre Zeit

Langsam sind die Schülerinnen und Schüler im Kreis richtig positioniert. Bis es mit dem Dreh losgehen kann, vergehen mehrere Minuten. Doch dann kommen bereits die Hauptdarsteller ans Set. Zwischendurch halten Eltern sie auf, weil ihre Kinder ein Foto mit den jungen Stars wollen. Dann verkabeln die Film-Mitarbeiter sie auch schon.

Sitzt die Frisur? Vor dem Dreh bekommt Ruth Schwegmann noch einmal die Haare gerichtet. Sie spielt in einer Komparsenrolle eine Lehrerin im TKKG-Film. | Foto: Melanie Ploch
Sitzt die Frisur? Vor dem Dreh bekommt Ruth Schwegmann noch einmal die Haare gerichtet. Sie spielt in einer Komparsenrolle eine Lehrerin im TKKG-Film. | Foto: Melanie Ploch

Vor dem eigentlichen Dreh müssen alle einmal üben: „Achtung, bitte Probe!“, hallt es laut durch das Set. Immer wieder stoppt der Dreh, die Ton-Angeln gehen nach unten und oben, und es folgen Anweisungen zu Kamera oder Schauspielern von der Regie.

Großer Aufwand

Dass ein Dreh so lange dauert, hätten die Schülerinnen und Schüler der Loburg nie gedacht. „Es macht echt Spaß“, sagt der 16-Jährige Jakob Frönd aus Ostbevern. „Zwischendurch ist es auch mal langweilig, weil wir viel warten müssen. Es ist schon beeindruckend, wie viel Aufwand dahintersteckt. Es kommt einem vor, als würden zehn Minuten im Film zwei Wochen gedreht.“

In einem sind sich die Schüler aber alle einig: Der Dreh ist spannend: „Ich habe auch mal in die Kamera geguckt, als gedreht wurde. Das sah echt schon aus wie im Film“, erzählt der 17-Jährige Henning Cramer.

Ferienjob mal anders

Als Aufnahmeleiter betreut Johannes Schuchardt den Film: „Wir sind echt begeistert, wie unkompliziert das alles hier abgelaufen ist. Wir erleben eine große Kooperationsbereitschaft der Schule, aber auch des Bistums.“ Das Gymnasium und das Internat der Loburg sind in Trägerschaft der Diözese Münster: „Das Bistum konnte das Drehbuch vorher lesen, darf aber nichts verraten“, sagt Schuchardt und lacht.

Das Gymnasium und Internat Loburg in Ostbevern wird Schauplatz eines neuen TKKG-Films. | Foto: Melanie Ploch
Das Gymnasium und Internat Loburg in Ostbevern wird Schauplatz eines neuen TKKG-Films. | Foto: Melanie Ploch

Der Dreh gehört zu einem Schulprojekt, an dem etwa 500 Kinder und Jugendliche während der regulären Unterrichtszeit mitwirken konnten: „Da haben wir eine Party-Situation in der Turnhalle gedreht – mehr darf ich leider nicht verraten“, sagt Schuchardt. „Das war schon klasse, weil die Hälfte der Schule mit dabei war.“

Essen aus der Schulkantine

130 Komparsenrollen übernehmen die Schülerinnen und Schüler zusätzlich in den Herbstferien als Ferienjob. Auch die Verpflegung stimmt: „Wir haben die Schulkantine öffnen lassen. So bekommen die Komparsen gutes Essen.“ Dass Schülerinnen und Schüler der Loburg im Film mitspielen, bietet viele Vorteile, weiß Schuchardt: „Sie kennen sich gut aus und sind in einer vertrauten Umgebung.“

Er ist zufrieden mit der Leistung der Loburger: „Es macht ihnen echt Spaß, und so können sie die Branche mal ein bisschen kennenlernen. Drei Minuten im Film brauchen einen ganzen Drehtag. Ich denke, sie lernen so auch, wie langatmig eine Filmproduktion sein kann.“

Zuvor war das Team mit allen, die dazugehören, ob Darsteller, Kameramänner oder Regieassistenten, bereits in Berlin und Brandenburg unterwegs. Die Drehtage in Ostbevern gehören zu den letzten: „Danach geht es noch auf einen Bauernhof in der Nähe, und wir sind fertig. 40 Drehtage sind dann vorbei.“

Hintergrund
Im neuen TKKG-Film geht es um Tim und Willi, genannt Klößchen, die sich im Internat ein Zimmer teilen müssen. Die beiden unterscheiden sich sehr, und kommen deshalb nicht so gut miteinander aus. Doch dann wird Klößchens Vater entführt. Tim ist der Einzige, der Willi glaubt, dass die Polizei auf der falschen Fährte ist, also hilft er ihm. Zusammen mit dem klugen Außenseiter Karl und der Polizistentochter Gaby begeben sie sich selbst auf Ermittlungen und formen das Team von TKKG. Der Film wird ab Juni 2019 gezeigt.