ARBEITGEBER KIRCHE (6)

Migrationsberatung bei der Caritas: Wo Netzwerken fest zur Arbeit gehört

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Gudrun Blumenkemper ist in der Migrationsberatung für den Caritasverband Geldern-Kevelaer tätig. Welche Momente ihren Berufsalltag bestimmen.

Wenn Gudrun Blumenkemper sich an den kleinen Tisch in ihrem Büro im Kevelaerer Mechel-Haus setzt, um dort Migranten zu beraten, dann muss sie oft um die Ecke denken. „In der Migrationsberatung geht es darum zu hören, welche Bedürfnisse, Wünsche und Fragen die Menschen haben und dann gemeinsam zu überlegen, was möglich gemacht werden kann“, erklärt sie.

Daher gehört das Netzwerken fest zu ihrer Arbeit. Die Menschen, die zu ihr kommen, stammen aus unterschiedlichen Kulturkreisen, „sie kennen sich hier in unserer Gesellschaft oft nicht aus und benötigen Hilfe, um sich zurechtzufinden“, betont die Migrationsberaterin. Aber sie weiß auch: „Manchmal kommen wir an Grenzen, und auch das Scheitern gehört zu meiner Tätigkeit.“

Wann Integration gelingen kann

Seit 2008 arbeitet die 60-Jährige, wie schon einige Jahre zuvor, für den Caritasverband Geldern-Kevelaer, einige ihrer Klientinnen und Klienten betreut sie über lange Zeiträume. Besonders freut sie sich, wenn sie Fortschritte in der Integrationsarbeit sieht, zum Beispiel, wenn jemand zur Beratung kommt, der bereits angefangen hat, selbst einen Antrag auszufüllen, den sie dann gemeinsam fertig ausfüllen.

„Der schönste Moment ist, wenn wir eine Familie wieder zusammenführen können. Denn Integration gelingt nur, wenn die Familie in Sicherheit ist. Solange jemand in der Angst lebt, dass seinen Angehörigen etwas zustoßen kann, kann er sich nicht darauf konzentrieren, zum Beispiel eine neue Sprache zu lernen“, erklärt Gudrun Blumenkemper.

Abstand im Alltag suchen 

Und doch könne sie niemanden dazu zwingen, die Hilfe der Migrationsberatung anzunehmen: „Ich kann nicht mehr machen, als die Leute einzuladen, zu mir zu kommen. Am Ende ist aber jeder ein Experte für sein eigenes Leben und muss selbst entscheiden, welchen Weg er gehen möchte und ob er die angebotene Unterstützung nutzt.“ Zwar gebe es Fälle, die sie lange beschäftigen, aber es sei wichtig, davon außerhalb des Berufes Abstand nehmen zu können, sagt die Mutter von drei erwachsenen Kindern. 

Das gelingt ihr besonders gut bei der Gartenarbeit und bei Spaziergängen. Und auch gemeinsame Spieleabende gehören fest zum Familienritual bei Blumenkempers. „Ich kann die Welt nicht umbiegen“, weiß die Migrationsberaterin, „aber ich kann eine Brücke sein zwischen hier geborenen Menschen, ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern sowie Institutionen und Behörden.“

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