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Vor drei Jahren hat er angefangen, das Orgelspiel zu erlernen. Doch das war ihm nicht genug. Jetzt macht er auch den C-Kurs beim Bistum Münster.
Wer Klavier spielt, beherrscht automatisch auch die Orgel? Weit gefehlt. Das weiß Julius Ennenbach aus eigener Erfahrung. Der 20-Jährige begann bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspiel. „Vor drei Jahren habe ich mit der Orgel angefangen“, berichtet der Hertener, der in Witten-Herdecke Medizin studiert.
Seinen ersten Unterricht an der „Königin der Instrumente“ erhielt er von seinem Klavierlehrer Bernhard Terschluse. „Es war für mich ein Ausgleich zu den Abiturvorbereitungen und hat mir viel Freude bereitet“, erzählt Ennenbach. Doch er wollte mehr. Nach einem einjährigen Schnupperkurs an der bischöflichen Kirchenmusikschule in Münster, der unter anderem wöchentlichen Unterricht umfasste, entschied er sich, weiterzumachen.
Richtig üben – mit Plan
Inzwischen nimmt er am Kirchenmusik-C-Kurs teil. „Es ist eine gute Ausbildung. Mein Ziel ist es, später qualifiziert Gottesdienste zu begleiten“, sagt er. Allerdings habe er sich bewusst nur für den Teilbereich Orgel entschieden. „Ich sehe mich nicht in der Chorleitung, auch wenn sie sinnvoll ist“, räumt er ein. Dabei gehört das Singen für ihn seit Kindheitstagen zu seinen Hobbys.
Die Ausbildung umfasst sowohl theoretische als auch praktische Inhalte. „Zur Theorie gehört Liturgiegesang, Liturgik oder auch Begleitung der Gemeinde. Aber auch, wie man richtig übt – und zwar mit Plan“, nennt er ein Beispiel. Besonders letzteres habe ihm sehr geholfen. Für den praktischen Unterricht fährt Ennenbach regelmäßig nach Recklinghausen, wo ihn Thorsten Maus, Regionalkantor an der Propsteikirche St. Peter, unterrichtet. „Er ist ein sehr guter und vor allem geduldiger Lehrer. Und Geduld braucht er auch bei mir“, gibt Ennenbach mit einem Lächeln zu.
Mit viel Lust
Mehr als ein Jahr der insgesamt zweijährigen Ausbildung ist bereits geschafft. „Mein Ziel ist es nicht, einer der größten Organisten zu werden, aber ich finde es gut, auf einem bestimmten Niveau geprüft zu werden und im besten Fall ein Zertifikat zu erhalten“, erklärt er. Die Musik bereite ihm große Freude und sei ein wertvoller Ausgleich zum Studium. „An der Orgel kann ich mich selbst verwirklichen und musikalisch das machen, worauf ich Lust habe. Im Studium wird sehr viel vorgegeben“, betont er. Auch wenn er in der Klausurenphase nicht immer so viel üben kann, wie er möchte, setzt er sich regelmäßig in St. Antonius in Herten oder St. Josef in Disteln an die Orgel.
Die Begeisterung für die Orgel begleitet ihn schon lange. „Ich bin damit groß geworden. Als Chor haben wir auf der Orgelbühne gestanden und konnten dabei zusehen, wie der Organist gespielt hat“, erinnert er sich. Seit 2014 ist er zudem als Messdiener aktiv. Auch als Zuhörer ist er gern unterwegs: „Ich war im vergangenen Sommer im Kölner Dom, als Anna Lapwood dort gespielt hat. Das war fantastisch!“, berichtet er von dem besonderen Erlebnis, die junge Starorganistin und Influencerin live gehört zu haben.