EIN NEUER BISCHOF FÜR MÜNSTER (13)

Nordkirchen: Bischof Wilmer und Menschen mit Behinderung pilgern gemeinsam

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Der Geistliche setzt die Tour durch sein künftiges Bistum fort. Warum ihm die Station im Kreis Coesfeld besonders am Herzen liegt. 

Die Caritaswerkstatt und die Kinderheilstätte prägen seit vielen Jahren das Leben im Ort – nun wurden sie zum Ausgangs- und Zielpunkt eines besonderen Tages: Rund 60 Menschen pilgerten am Mittwoch, 17. Juni, gemeinsam mit Bischof Heiner Wilmer durch Nordkirchen. Mit dabei waren Beschäftigte der Caritas-Werkstatt sowie Schüler der Maximilian-Kolbe-Förderschule und Mitarbeiter – eine bunt gemischte Gruppe, die unter dem Motto „Zusammen geht was“ gut fünf Kilometer unterwegs war. 

Die Pilgertour ist Teil von Wilmers Reise durch das Bistum kurz vor seiner Amtseinführung. Er möchte zuhören, ins Gespräch kommen und mit den Menschen Gemeinschaft im Glauben erleben. Zugleich versteht er das Pilgern als Ausdruck einer suchenden Kirche und als Möglichkeit, schon vor seiner Amtseinführung im Bistum Münster anzukommen.

Stola als Geschenk

„Eine große Freude“ und „ein Privileg“ sei dieser Tag für ihn, sagte Wilmer. Dass ihm die Begegnung mit Menschen mit Behinderung besonders am Herzen liegt, hat auch persönliche Gründe: In Kanada lebte er in der Nähe von Toronto selbst eine Zeitlang in einer ähnlichen Einrichtung. Entsprechend offen ging er auf die Teilnehmer zu, suchte immer wieder das Gespräch und begegnete ihnen auf Augenhöhe.

Los ging es in der Caritaswerkstatt. Dort erhielt der Bischof eine handgemachte Stola – ein Geschenk, das ihn sichtlich rührte. Weiter führte der Weg zum Caritas-Wohnhaus, in dem 24 Menschen seit einem Jahr leben. Bewohner Hans hatte extra sein Zimmer aufgeräumt, in der Hoffnung auf Besuch – auch wenn die Zeit dafür nicht reichte, wurde spürbar, wie sehr das Haus für viele ein Zuhause geworden ist.

Menschenwürde im Zentrum

Am Familienzentrum „Am Sinnesgarten“ wurde der Bischof von den Kindern singend empfangen, nachdem er sich zuvor spontan auf dem Bolzplatz ins Tor gestellt hatte. Unterwegs ging es in den Gesprächen immer wieder um Gott und die Welt – und auch um Fußball, als Wilmer kurzerhand den Rollstuhl eines Teilnehmers schob und mit ihm über Lieblingsvereine fachsimpelte.

Vor der Kulisse von Schloss Nordkirchen rückte ein zentrales Thema in den Mittelpunkt: Menschenwürde. Jeder Mensch ist wertvoll und verdient Respekt und Anerkennung. Ziel war schließlich die Kinderheilstätte, deren Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht und die heute Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien begleitet.

Menschenkette für Vielfalt

Auf einer Obstwiese wurde der Abschluss sichtbar bunt: Eine von Schülern gestaltete Menschenkette stand für Vielfalt und Einzigartigkeit. Besonders beeindruckt zeigte sich Wilmer von der gelebten Inklusion in Nordkirchen. „Wenn es einen politischen Willen gibt, dann gibt es auch einen Weg“, sagte er. „Wir gehören zusammen – und zusammen geht was.“

Beim abschließenden Gottesdienst betonte er, wie wichtig es ist, dass jeder Mensch sagen kann: „Ich bin angenommen, ich bin gewollt.“ Sein Fazit fiel persönlich aus: „Ich bin dankbar für so viele schöne Begegnungen. Der Humor und das Lachen haben mich tief bereichert – dieser Tag hat mein Herz erwärmt.“ Und zum Abschied dankte er den vielen Menschen für ihren Einsatz und sagte: „Es war schön. Mich bewegt und beeindruckt, wie Sie hier Leben gestalten.“

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