Anzeige
Wie kein anderer Ort steht Bethlehem für den Frieden. Die Geschichte von Karmel Odeh und dem Caritas-Baby-Hospital erzählt bewegend davon.
Karmel Odeh lacht viel: Das 14 Monate alte Mädchen mit Trisomie 21 wurde in eine liebevolle Familie geboren und erhält im Caritas-Baby-Hospital in Bethlehem professionelle medizinische Unterstützung. Physiotherapeutin Lubna Abu Sa‘da ist zufrieden. Die Bewegungsabläufe von Karmel haben sich deutlich verbessert. Dies liegt nicht nur an der gemeinsamen Arbeit, sondern auch daran, dass Karmels Mutter Amal mit der Kleinen übt. „Amal ist vorbildlich und übt zuhause regelmäßig mit ihrer Tochter“, lobt Abu Sa‘da die Mutter des Mädchens.
Kinder mit Down-Syndrom stehen vor zahlreichen gesundheitlichen Herausforderungen. „Sie werden schneller krank und brauchen im Krankheitsfall länger, um sich zu erholen“, erklärt Kinderpneumologe und Chefarzt im Caritas Baby Hospital, Dr. Ra’fat Allawi. Mit Karmels Entwicklung ist er zufrieden. „Karmel ist stark. Anders als viele Kinder mit Down-Syndrom hat sie keine ausgeprägte Muskelschwäche, und auch ihre Entwicklung ist schneller.“
Unerwartete Diagnose
Spendenkonto
Deutscher Caritasverband e.V.
IBAN: DE22 6602 0500 0303 0303 03
Nähere Informationen zum Kinderkrankenhaus, dem Verein und der aktuellen Situation in Bethlehem unter www.kinderhilfe-bethlehem.de.
Als Karmel im Mai 2024 im öffentlichen Krankenhaus in Beit Jala geboren wurde, ahnten ihre Mutter Amal (36) und ihr Vater Ziad (46) noch nichts von der Besonderheit ihres vierten Kindes. Karmel sei zunächst „sehr müde nach der Geburt“ gewesen, erinnert sich Amal. Vier Tage später wird sie über den Zustand der Neugeborenen informiert: Die Tochter besitzt ein Chromosom mehr als andere Menschen, bekannt als Down-Syndrom. Die Mutter reagierte überrascht, aber nicht schockiert. Als die Ärzte zu einer Erklärung ansetzten, reagierte Amal sofort. „Ich habe die Ärzte gleich unterbrochen und gesagt, dass ich weiß, was ‚Trisomie 21‘ bedeutet und dass ich dankbar bin für dieses Kind.“
Karmel soll so normal wie möglich aufwachsen und dabei medizinisch bestens betreut werden. Aufgrund des Down-Syndroms besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen und Erkrankungen. So brachte eine Lungenentzündung Karmel mit sieben Monaten zum ersten Mal ins Kinderkrankenhaus nach Bethlehem. „Das war eine harte Zeit“, erinnert sich die Mutter an den vierwöchigen Klinikaufenthalt, bei dem auch eine Belastung von Herz und Nieren festgestellt wurde. Mit elf Monaten folgte ein zweiter Aufenthalt, wieder eine Atemwegsinfektion. „Aus ihren Herz- und Nierenproblemen ist Karmel herausgewachsen“, erklärt Dr. Allawi heute. Auch die Lungenprobleme werde man in den Griff bekommen, ist der Arzt zuversichtlich.