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Glaubenspräfekt Fernández war erneut auf die Priesterbruderschaft zugegangen. Warum sie trotzdem den offenen Bruch mit dem Vatikan riskiert.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) will an ihrem Vorhaben festhalten, erneut Bischöfe zu weihen. Eine Verschiebung des für den 1. Juli angekündigten Termins könne man aus „intellektueller Ehrlichkeit und priesterlicher Treue vor Gott“ nicht akzeptieren, heißt es in einem Brief des Generaloberen Davide Pagliarani an den Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre, Kardinal Víctor Manuel Fernández. Damit droht den an den Weihen beteiligten Personen die Exkommunikation.
Die Bruderschaft könne die Seelen „nicht im Stich lassen“, heißt es weiter. Die Bischofsweihen seien ein „konkretes kurzfristiges Bedürfnis für das Überleben der Tradition, im Dienst der heiligen katholischen Kirche“. Zugleich stellt die Priesterbruderschaft klar, dass in doktrinären Fragen keine Einigung möglich sei, „insbesondere bezüglich der grundlegenden Orientierungen, die seit dem II. Vatikanischen Konzil eingeschlagen wurden“.
Vatikanisches Dialogangebot
Diese Uneinigkeit sei keine „einfache Meinungsverschiedenheit“, sondern ein „echter Gewissenskonflikt, der aus dem erwächst, was sich als Bruch mit der Tradition der Kirche erweist“, so der Brief. Die vergangenen Pontifikate hätten nicht zur Lösung der bestehenden Probleme beigetragen.
Kardinal Fernández hatte Pagliarani am 12. Februar in Rom getroffen. Dabei bot er der FSSPX einen Austausch über die „verschiedenen Grade der Zustimmung, die von den unterschiedlichen Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils gefordert werden, sowie über deren Interpretation“ an.
Voraussetzung für einen solchen Dialog sei jedoch, dass die Priesterbruderschaft ohne päpstliche Genehmigung vorerst keine Bischofsweihen vornehme. Der Glaubenspräfekt bezeichnete die erneute Weihe von Bischöfen ohne päpstliche Erlaubnis in seiner Mitteilung zum Treffen als „entscheidenden Bruch der kirchlichen Gemeinschaft (Schisma) mit schwerwiegenden Folgen“ für die gesamte FSSPX.