TRADITIONALISTEN

Worüber Präfekt Fernández mit den Piusbrüdern sprach

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Der Leiter des Glaubensbehörde empfing den Generaloberen der Priesterbruderschaft zum Austausch in Rom. Wie es jetzt weitergeht.

Von KNA

Der Vatikan und die traditionalistische Piusbruderschaft stehen offenbar vor neuen Dialogrunden. Das geht aus einer Mitteilung des Präfekten der vatikanischen Glaubensbehörde, Kardinal Víctor Manuel Fernández, vom Donnerstagmittag hervor.

Zuvor hatte er mit dem Oberen der Piusbrüder, Davide Pagliarani, ein ausführliches Gespräch über theologische Fragen geführt. Es wurde in der Mitteilung als „herzlich und ernsthaft“ bezeichnet. Es habe „mit Zustimmung des Heiligen Vaters“ stattgefunden.

Weiter heißt es in der Mitteilung, in den möglichen künftigen Dialogrunden solle geklärt werden, was die Mindestvoraussetzungen für eine Wiederherstellung der vollen kirchlichen Gemeinschaft wären. Ferner solle ein möglicher kirchenrechtlicher Status für die Priesterbruderschaft erörtert werden. 

Der Pius-Obere Pagliarani werde diesen Vorschlag dem Rat der Bruderschaft vorlegen und dessen Entscheidung dem Glaubensdikasterium mitteilen, heißt es in dem Kommuniqué. Wenn der Rat zustimme, werde man sich über die nächsten Schritte verständigen. Fernández rief in der Mitteilung die gesamte Kirche auf, diesen Weg im Gebet zu begleiten.

Streitsache Konzil

Die Mitteilung spricht ferner davon, dass die Piusbruderschaft zwischen 2017 und 2019 mehrere Briefe nach Rom geschickt habe, in denen es um strittige theologische Themen ging. Dazu gehörte demnach die Frage, ob die Pluralität der verschiedenen Religionen von Gott gewollt ist. 

Ferner habe der Präfekt einen theologischen Dialog zu der Frage vorgeschlagen, welcher Grad der Zustimmung zu den unterschiedlichen Texten des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962–1965) erforderlich ist. Schließlich sollten auch noch „eine Reihe von Themen“ erörtert werden, die von der Bruderschaft in einem Brief vom 17. Januar 2019 aufgeworfen wurden. Welche Themen das sind, wird nicht ausgeführt.

Schisma am Horizont

In dem Gespräch habe der Heilige Stuhl unterstrichen, dass eine Bischofsweihe ohne Zustimmung des Papstes „einen entscheidenden Bruch der kirchlichen Gemeinschaft (Schisma) mit schweren Konsequenzen für die gesamte Bruderschaft bedeuten würde“. Daher sei die Aussetzung der angekündigten Bischofsweihen die Voraussetzung, um einen weiteren Dialog zu ermöglichen.

Bereits im Pontifikat von Papst Benedikt XVI. (2005–2013) hatten die Piusbruderschaft und der Vatikan theologische und kirchenrechtliche Gespräche über eine mögliche Wiederherstellung der vollen kirchlichen Gemeinschaft geführt. Am Ende führten sie jedoch zu nichts. 2009 hatte der Papst die Exkommunikation der Bischöfe der Bruderschaft aufgehoben und damit einen großen Skandal ausgelöst, weil einer der Bischöfe ein Holocaust-Leugner war.

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