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Die Gemeinschaft hatte zuletzt das Schweigen des Kirchenoberhaupts zu ihrem Fall beklagt. Jetzt äußerte er sich in Castel Gandolfo vor Journalisten.
Papst Leo XIV. will die traditionalistische Piusbruderschaft vor ihrer Abspaltung zum Einlenken bewegen. Vor Journalisten in Castel Gandolfo sagte er am Dienstagabend: „Ich denke an einen neuen Appell an die Lefebvrianer.“ Der Papst stellte aber klar, sie müssten das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) akzeptieren. Die Splittergruppe lehnt unter anderem dessen Öffnung gegenüber modernen Freiheitsrechten sowie anderen Konfessionen und Religionen ab.
Die Piusbrüder hatten angekündigt, am 1. Juli ohne päpstliche Erlaubnis Bischöfe zu weihen. Damit würden sie nach geltendem Kirchenrecht eine Spaltung vollziehen und wären automatisch exkommuniziert.
„Es ist ihre Entscheidung“
Leo XIV. sagte zu diesen Plänen: „Ich will ihnen sagen, dass sie das nicht tun sollten; wir sollten versuchen, in der kirchlichen Gemeinschaft zu bleiben. Aber es ist ihre Entscheidung, man muss sich klar machen, was es für sie und für die Kirche bedeutet. Eine Spaltung ist für Christen immer schmerzhaft.“
Weiter führte er aus: „Sie weigern sich, einige fundamentale Elemente der Kirche zu akzeptieren, angefangen mit mehreren Punkten des Zweiten Vatikanischen Konzils. Das finde ich schade, aber wir müssen unseren Weg fortsetzen.“
Die spendenfinanzierte Priesterbruderschaft St. Pius X., 1970 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre (1905–1991) gegründet, zählt nach eigenen Angaben weltweit etwa 700 Priester. Besonderes äußeres Merkmal ist das Festhalten an der Liturgie von 1962. Ihren internationalen Sitz hat die Gemeinschaft in Menzingen im Schweizer Kanton Zug. Papst Benedikt XVI. hatte 2009 eine damals bestehende Exkommunikation ihrer Bischöfe aufgehoben. Gespräche zu einer Wiedereingliederung in die Kirche gerieten ins Stocken und blieben bis heute ergebnislos.