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„Küng hat es sich nie nehmen lassen, für seine Überzeugungen einzutreten“

Trauer um Hans Küng – Bischöfe danken trotz aller Streitigkeiten

  • Die Nachricht vom Tod des Theologen Hans Küng löst Trauer aus.
  • Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sagte, durch Küngs Tod verliere „die theologische Wissenschaft einen anerkannten und streitbaren Forscher“.
  • Die Organisation „Wir sind Kirche“ verwies auf Küngs „Beharrlichkeit in der Erneuerung der römisch-katholischen Kirche“.
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Die Nachricht vom Tod des Theologen Hans Küng löst Trauer aus. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sagte, durch Küngs Tod verliere „die theologische Wissenschaft einen anerkannten und streitbaren Forscher“. Als Priester und Wissenschaftler sei es Küng „ein Anliegen gewesen, die Botschaft des Evangeliums verstehbar zu machen und ihr einen Sitz im Leben der Gläubigen zu geben“. Bätzing verwies auf Küngs Engagement für gelebte Ökumene, auf seinen Einsatz für interreligiösen und interkulturellen Dialog und auf die von ihm gegründete Stiftung Weltethos.

Der Schweizer hinterlasse ein reiches theologisches Erbe, so der Bischof. „Hans Küng hat es sich nie nehmen lassen, für seine Überzeugungen einzutreten. Auch wenn es diesbezüglich Spannungen und Konflikte gab, danke ich ihm in dieser Stunde des Abschieds ausdrücklich für sein jahrelanges Engagement als katholischer Theologe in der Vermittlung des Evangeliums“, so Bätzing.

„Wir sind Kirche“ lobt beharrlichen Ruf nach Erneuerung der Kirche

Das von Küng ins Leben gerufene „Projekt Weltethos“ würdigte den Theologen als Visionär. Er habe seit Jahrzehnten daran gearbeitet, mit der Weltethos-Idee Verantwortung in der Wirtschaft und Frieden zwischen den Kulturen zu fördern.

Die Organisation „Wir sind Kirche“ verwies auf Küngs „Beharrlichkeit in der Erneuerung der römisch-katholischen Kirche sowie seinen Einsatz für die Ökumene und den Dialog der Weltreligionen“. Mit Werken wie „Die Kirche“, „Christ sein“ und „Existiert Gott?“ habe Küng schon früh nicht nur punktuelle Reformgedanken in die Öffentlichkeit gebracht, sondern diese intensiv in grundlegenden Werken biblisch und systematisch begründet.

Universität Tübingen: Exzellenter Theologe

Küng sei auch einer der geistigen Väter der 1980 gegründeten Initiative „Kirche von unten“ und des 1995 durchgeführten „Kirchenvolksbegehrens“ gewesen. Daraus sei „Wir sind Kirche“ hervorgegangen.

Der Rektor der Universität Tübingen, Bernd Engler, sagte, mit Küng verliere die Hochschule „einen produktiven Forscher, einen überaus schöpferischen Gelehrten und einen exzellenten Theologen“. Küng habe „mit dem Institut für Ökumenische Forschung und dem Weltethos-Institut an unserer Hochschule Einrichtungen von bleibender Bedeutung geschaffen und damit die Universität tiefgreifend geprägt.“ Küng hatte von 1960 bis 1996 in Tübingen gelehrt.

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