Er war nicht oben und hat doch alles erlebt

Trotz eines Rollstuhls auf Orgelbühne und Kirchturm dabei

Anne Burhorst aus Dinklage war am Ende nur noch dankbar. Ihr Sohn Jonathan, neun Jahre alt, hat sich zwar auf die Erstkommunion vorbereitet. Wie 85 andere Kinder aus der Gemeinde St. Catharina auch. Aber ihr war klar, dass er nicht alle Punkte der Vorbereitung miterleben würde.

Den so genannten Aktionstag zum Beispiel; dann lernen die Kinder das Kirchengebäude kennen, klettern auch auf die Orgelempore und zu den Glocken im Kirchturm. Dorthin werden sie von Messdienerleiter Lucas Bockhorst geführt.

Jonathan Burhorst sitzt im Rollstuhl

Wie sollte das bei Jonathan gehen? Er sitzt im Rollstuhl. Die Treppen hätte er nie geschafft.

Pastoralreferentin Daniela Surmann und Jonathan Burhorst aus Dinklage. | Foto: privat
Pastoralreferentin Daniela Surmann und Jonathan Burhorst aus Dinklage. | Foto: privat

Anne Burhorst hatte das erst gar nicht zum Thema gemacht; sie weiß, wie oft ihr Kind bei Aktionen zurückbleiben muss. Aber Jonathan konnte diesen spannenden Teil doch noch miterleben. Weil Daniela Surmann eine Idee hatte.

Pastoralreferentin hatte eine Idee

Die Pastoralreferentin in Dinklage ist verantwortlich für die Vorbereitung auf die Erstkommunion; für sie sei sofort klar gewesen: „Was kann ich tun, damit der Junge nicht nur allein in der Kirche sitzt?“ Auch für Jonathan Burhorst sollte der Aufstieg auf den Kirchturm ein Erlebnis sein.

Und wenn es erst nachträglich sein konnte. Denn Daniela Surmann dreht für ihn einen siebenminütigen Film. Nicht einfach mit einem Smartphone, sondern mit einem professionellen Camcorder, ausgeliehen beim kommunalen Medienzentrum. Jonathan sollte Qualität bekommen.

Im Kirchturm einen Film gedreht

Deshalb ließ sie sich von Lucas Bockhorst Tage zuvor seine Führung schon einmal vorführen – und zeichnete sie dabei auf. „Damit Qualität und Verständlichkeit auch ganz sicher stimmen.“ Den fertig geschnittenen Film zeigte sie Jonathan und begeisterte damit auch seine Mutter.

Der Aktionstag sei ein Höhepunkt der Vorbereitung, berichtet Daniela Surmann. Dazu gibt es noch sieben Gruppenabende; dafür konnte Daniela Surmann 38 Mütter gewinnen. Zwei Treffen zu Taufe und Beichte in der Kirche gestaltet sie mit Pfarrer Johannes Kabon. Zudem lädt sie zu inhaltlichen Elternabenden ein.

Daniela Surmann hat ihren Beruf in St. Benedikt Jever in der friesländischen Diaspora gelernt. Dort habe sie oft nur sieben oder acht Kommunionkinder vorbereitet, berichtet sie noch.