PAPSTBESUCH

Türkei: Leo XIV. unterschreibt Ökumene-Erklärung – Überraschung in Moschee

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Leo und Patriarch Bartholomaios rufen zur Einheit auf. Beim Besuch der Blauen Moschee handelt der Papst anders als Vorgänger.

Von jjo, KNA

Die beiden höchsten Vertreter der katholischen und orthodoxen Welt haben eine Erklärung zur Einheit der Christen unterzeichnet. Papst Leo XIV. und Patriarch Bartholomaios I. signierten den Text am Sitz des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel in Istanbul. Sie rufen alle Christen auf, sich für die Überwindung der Kirchenspaltungen einzusetzen.

„Dem Willen unseres Herrn Jesus Christus gehorchend, setzen wir unseren Weg des Dialogs in Liebe und Wahrheit mit fester Entschlossenheit fort, um die erhoffte Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft zwischen unseren Schwesterkirchen zu erreichen“, heißt es im Text.

Ostertermin und Ökumene

Die Kirchenführer verpflichten sich, nach einem gemeinsamen Ostertermin aller Kirchen zu suchen. Wegen unterschiedlicher Kalender feiern katholische und orthodoxe Christen Ostern oft an unterschiedlichen Sonntagen.

Der Geist Gottes dränge auf ein „Zeugnis des Friedens, der Versöhnung und der Einheit“ der Kirchen. Alle Gläubigen, insbesondere Klerus und Theologen, werden nachdrücklich aufgefordert, die bisherigen Früchte der Einheit „freudig anzunehmen und sich für deren weiteres Wachstum einzusetzen“.

Religion und Gewalt

Die Erklärung ermahnt politisch Verantwortliche, alles zur Beendigung der Kriege zu tun. Zudem heißt es: „Insbesondere lehnen wir jede Benutzung der Religion und des Namens Gottes zur Rechtfertigung von Gewalt ab.“

Zuvor hatte Papst Leo – nach dem Treffen von mehr als 20 Kirchen am Ort des Konzils von Nizäa – ein noch größeres Treffen vorgeschlagen: Er regte ein Zusammenkommen aller christlichen Gemeinschaften 2033 in Jerusalem an. Anlass des Treffens wäre das 2000. Todesjahr Jesu.

Besuch der Blauen Moschee

In der Blauen Moschee in Istanbul verzichtete Leo XIV. – anders als Benedikt XVI. und Franziskus bei deren Besuchen – auf eine sichtbare Geste stillen Gebets. Der Muezzin der Sultan-Ahmed-Moschee, Askin Musa Tunca, sagte, er habe es Leo angeboten. Der Papst habe aber gesagt, sich die Moschee nur ansehen zu wollen.

Vatikan-Sprecher Matteo Bruni erklärte, der Papst habe die Moschee „schweigend, in einem Geist der Sammlung und mit tiefem Respekt für den Ort und den Glauben derer besucht, die sich dort zum Gebet versammeln“. Tunca ergänzte, natürlich wisse er nicht, ob Leo XIV. vielleicht im Innern gebetet habe.

Wie vorgeschrieben, entledigte sich der Papst am Eingang des Gebetshauses seiner schwarzen Schuhe und durchschritt auf weißen Socken den Raum. Die rote Mozzetta legte er nicht um die Schultern.

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