PAPSTBESUCH

Türkei-Reise: Papst und Patriarch besuchen gegenseitig Gottesdienste

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Leo XIV. ermutigte die Katholiken in der Türkei, mahnte zum Dialog und wirkte in einer orthodoxen Liturgie mit.

Von jjo, KNA

Leo XIV. hat die Katholiken in der Türkei zu einem tiefen Glauben und zum Dialog mit anderen Religionen aufgerufen. „Die Freude am Guten ist ansteckend“, sagte er bei einem Gottesdienst in Istanbul. Alle Gläubigen seien eingeladen, „die Kraft ihres Zeugnisses im Glauben zu erneuern“. Der Papst ermunterte: „Lasst uns unseren Glauben durch das Gebet und die Sakramente pflegen, ihn konsequent in Liebe leben.“

Er mahnte die Katholiken, den Dialog mit anderen Konfessionen und „mit den Brüdern und Schwestern anderer Religionen“ zu stärken. Das gehöre zur Berufung der Christen. Die Menschen seien verantwortlich dafür, die Brücken des Dialogs ähnlich wie Brücken über das Wasser zu pflegen und instand zu halten.

Papst spricht Vaterunser bei Orthodoxen

„Wir leben in einer Welt, in der Religion viel zu oft benutzt wird, um Kriege und Gräueltaten zu rechtfertigen“, sagte der Papst in der Predigt. Christen sollten hingegen „das zur Geltung bringen, was uns verbindet, die Mauern der Vorurteile und des Misstrauens einreißen, gegenseitiges Kennenlernen und Wertschätzung fördern, um allen eine starke Botschaft der Hoffnung zu geben“.

Der orthodoxe Patriarch Bartholomaios war Gast beim Gottesdienst am Samstagabend. Am Sonntagmorgen wirkte Leo XIV.  im Gegenzug bei einem byzantinischen Gottesdienst in der orthodoxen Georgskathedrale mit und sprach das Vaterunser auf Latein. Anlass war der Feiertag des Apostels Andreas, den Orthodoxe als Gründerfigur der Kirche verehren.

Patriarch betet für Einheit der Kirchen

Bartholomaios erinnerte an die von Paul VI. und Patriarch Athenagoras 1965 ausgesprochene Aufhebung des wechselseitigen Kirchenbanns von Katholiken und Orthodoxen. Dieser Bann hatte 1054 die Kirchenspaltung zwischen Ost und West besiegelt.

Das Ehrenoberhaupt der Orthodoxen würdigte die seit 1965 erzielten theologischen Fortschritte auf dem Weg zur Einheit. Seither sei ein „Geist der Brüderlichkeit, des Vertrauens und des Verstehens“ entstanden.

Er bete, so der Patriarch, dass Streitfragen um das Glaubensbekenntnis und um die päpstliche Unfehlbarkeit „derart gelöst werden, dass ihr Verständnis kein Stolperstein für die Einheit unserer Kirchen mehr ist“. – Am Nachmittag reiste Papst Leo XIV. in den Libanon weiter.

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