HILFSWERKE

Der kälteste Kriegswinter: So leidet die Ukraine, so hilft die Kirche

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Kein Strom, keine Heizung: Russland greift gezielt die Energieversorgung der Ukraine an. Was kirchliche Helfer berichten und wie sie Not lindern.

Von KNA

Die deutschen katholischen Hilfswerke Renovabis und "Caritas international" verstärken ihre Winternothilfe in der Ukraine. Zugleich verurteilen sie die russischen Angriffe auf die ukrainische Stromversorgung als völkerrechtswidrig.

"Wir erleben, wie Kälte gezielt als Kriegswaffe eingesetzt wird", sagt die Caritas-international-Mitarbeiterin in Kiew, Hannah Kikwitzki. Die "systematische Zerstörung der zivilen Energieinfrastruktur" treffe insbesondere Alte und Kranke.

"Unmenschlich und lebensbedrohlich"

Im härtesten Winter seit Kriegsbeginn 2022 mit bis zu minus 20 Grad Celsius seien die Menschen zusätzlich massiven russischen Angriffswellen ausgesetzt, ergänzt Renovabis-Hauptgeschäftsführer Thomas Schwartz: "Die Bedingungen, unter denen die Menschen in den ukrainischen Städten leben, sind unmenschlich und lebensbedrohlich."

Partner des Osteuropa-Hilfswerks berichteten, Familien mit kleinen Kindern hätten große Probleme, diese vor Unterkühlung zu bewahren, so Schwartz. Oft lägen die Temperaturen in den Wohnungen bei nur noch 13 Grad Celsius, Familien müssten über Stunden ohne Strom und warmes Wasser auskommen.

Zusätzliche Hilfsgelder

Renovabis habe eine "sofortige Winternothilfe" eingerichtet und plane dafür 500.000 Euro ein. Unterstützt würden unter anderem Wärmestuben, beheizte Zelte, Notstromgeneratoren und Sozialküchen, aber auch die Verteilung von Lebensmitteln und Hygieneartikeln.

In diesem Winter entschieden Wärme und Strom immer häufiger über Leben und Tod, betont Caritas-Mitarbeiterin Kikwitzki. Nach offiziellen Angaben seien mittlerweile mehr als eine Million Menschen ohne Strom, Wasser und Heizung, so viele wie nie zuvor.

Kein Strom, keine Heizung

In vielen Vierteln der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw gebe es nur wenige Stunden am Tag Strom, so "Caritas international" weiter. Familien schliefen in mehreren Kleidungsschichten. Senioren harrten tagelang in unbeheizten Wohnungen in Hochhäusern aus, in denen der Fahrstuhl wegen der Stromausfälle nicht funktioniere. Die extremen Temperaturen brächten viele in Lebensgefahr.

"Kälte, zerstörte Häuser und unterbrochene Versorgungswege verschärfen die ohnehin dramatische Lage massiv. Für Tausende ist der Winter inzwischen ebenso gefährlich wie der Alltag unter Beschuss", so Kikwitzki.

Kirchliche Anlaufstellen

Sie berichtet weiter, viele der landesweit 70 Caritas-Zentren seien zu Schutz- und "Wärmepunkten" geworden. Dort würden auch Brennstoffe und Heizmaterial, Schlafsäcke und warme Kleidung ausgegeben. Der Bedarf übersteige aber bei weitem die Mittel: "Wir müssen täglich entscheiden, wer am dringendsten Hilfe benötigt."

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