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Die Bindung an die Kirchen lässt nach, das Bedürfnis nach Seelsorge bleibt. Eine Umfrage zeigt, was die Menschen kennen und was sie wann suchen.
Obwohl die Kirchenbindung in Deutschland stetig abnimmt, ist Seelsorge laut einer aktuellen Umfrage weiter gefragt. So sehen 81 Prozent der Bundesbürger Seelsorge als verlässlichen Anker in Krisensituationen, geht aus einer Umfrage im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hervor.
84 Prozent der Befragten war demnach zumindest eines von sieben abgefragten Seelsorgeformaten bekannt, selbst unter Konfessionslosen waren es 79 Prozent. Am bekanntesten seien die Telefon- und Online-Seelsorge (70 Prozent), die Notfallseelsorge (66 Prozent) und die Krankenhausseelsorge (57 Prozent).
Anlässe, Alter: Wann Seelsorge gefragt ist
83 Prozent jener Menschen, die der Seelsorge einen hohen Wert beimessen, sehen sie vor allem in Trauerfällen als bedeutsam an, 60 Prozent bei Krankheit, 55 Prozent bei psychischen Belastungen. Auch für Einsamkeit und familiäre Krisen werde Seelsorge von einer Mehrheit als wichtig angesehen.
Unterschiede zeigten sich nach Bevölkerungsgruppen: Seelsorge sei für Frauen (83 Prozent) wichtiger als für Männer (70 Prozent). Auch das Alter spiele eine Rolle. Während 85 Prozent der 50- bis 64-Jährigen konkrete Vorstellungen von Seelsorge hätten, seien es bei den 18- bis 29-Jährigen 67 Prozent. Für die Studie hat das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der EKD den Angaben zufolge zwischen dem 19. und dem 22. März 5.000 Bundesbürger ab 18 Jahren online befragt.
"Muttersprache der Kirche"
"Seelsorge ist die Muttersprache der Kirche", bilanziert die EKD-Ratsvorsitzende, Bischöfin Kirsten Fehrs. Sie gebe Orientierung und Perspektive für die Menschen: "Damit stärkt sie nicht nur den Einzelnen, sondern auch den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft."