Fehlende Ehrenamtliche, Reformprozesse, Überalterung

Umfrage: Was sind die größten Probleme der Kirchengemeinden?

Ehrenamtliche Helferinnen beim Katholikentag.
Helferinnen beim Katholikentag. Kirchen finden immer weniger Ehrenamtliche für die Gemeindearbeit.Foto: Michael Bönte

Fehlender Nachwuchs im Ehrenamt ist einer Umfrage zufolge das größte Problem evangelischer und katholischer Kirchengemeinden. Fast jeder Fünfte von 1.000 befragten Gläubigen habe dies bei der Frage nach den größten Problemen an erster Stelle genannt, heißt es in einer nicht-repräsentativen Umfrage der »Zeit«-Beilage »Christ & Welt«. Weitere 60 Prozent gaben demnach an, die Freiwilligen ihrer Gemeinde seien überlastet. Ein Mangel an Hauptamtlichen dagegen wurde erst an siebter Stelle genannt. An der Umfrage nahmen den Angaben zufolge zu etwa 36 Prozent hauptamtliche Kirchen-Mitarbeiter teil, knapp 64 Prozent waren Ehrenamtliche.

Das zweitgrößte Problem der Gemeinden seien Reformprozesse der Landeskirchen und Bistümer, hieß es weiter. Die knappe Zeit der Ehren- und Hauptamtlichen werde durch die Umsetzung der Maßnahmen zusätzlich beansprucht, »obendrein mit Aufgaben, die sich den Menschen nicht immer erschließen«. Knapp 18 Prozent hätten angegeben, die Umsetzung der Reformprozesse fordere ihre Gemeinde derzeit am meisten heraus. An dritter Stelle stehe Überalterung: 16,8 Prozent der Teilnehmer gaben den Mangel an jungen Mitgliedern als größtes Problem an. Dieser Befund werde von Alt und Jung geteilt, das Problem sei überkonfessionell.

Verwaltungsaufwand, Geld und Personal

Auf den weiteren Plätzen folgten Mitgliederschwund, Verwaltungsaufwand, Geld und Personal. Als nachgeordnete Probleme gelten Inklusion, Kirchenschließungen und politische Radikalisierung von Gemeindegliedern. Auch die Politisierung der Kirchen in der Flüchtlingsdebatte sehen nur wenige als Problem. Die Umfrage erfolgte laut »Christ & Welt« über einen Online-Fragebogen. Die Befragten aus ganz Deutschland waren zwischen 16 und 75 Jahre alt, zu 63 Prozent evangelisch, zu 25 Prozent katholisch und zu elf Prozent freikirchlich.