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Nach Missbrauchsgutachten stehen die Mitglieder fest

Unabhängige Kommission setzt Aufarbeitung im Bistum Münster fort

  • Sieben Experten werden den sexuellen Missbrauch im Bistum Münster weiter aufarbeiten.
  • Die Kommission soll unabhängig von kirchlichen Institutionen arbeiten.
  • Die Arbeitsweise der Gruppe wird nach der Konstituierung bekannt gegeben.
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Das Bistum Münster wird auch nach der Veröffentlichung der Studie „Macht und Missbrauch in der katholischen Kirche – Betroffene, Beschuldigte und Vertuscher im Bistum Münster seit 1945“ die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs fortsetzen. Eingerichtet wird eine unabhängige Aufarbeitungskommission, die Bischof Felix Genn im Rahmen seiner Pressekonferenz am 17. Juni angekündigt hat.

Der Kommission sollen nach derzeitigem Stand Thomas Großbölting, Regina Laudage-Kleeberg, Christian Schrapper, Thomas Schüller, Bernhard Theilmann, Sara Wiese und Birgit Westers angehören.

Rat von Experten und Betroffenen

Thomas Großbölting erstellte im Auftrag der Universität Münster federführend die Missbrauchsstudie. | Foto: Michael Bönte
Thomas Großbölting erstellte im Auftrag der Universität Münster federführend die Missbrauchsstudie. | Foto: Michael Bönte

Professor Großbölting erstellte im Auftrag der Universität Münster federführend die Missbrauchsstudie. Der Historiker lehrte von 2000 bis 2020 Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Münster, im August 2020 wurde er Direktor der Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg.

Die Religionswissenschaftlerin Laudage-Kleeberg hat mehrere Jahre die Abteilung Kinder, Jugend und Junge Erwachsene des Bistums Essen geleitet und war Sprecherin von Verkündigungssendungen im WDR-Hörfunk. Sie arbeitet heute für ein Unternehmen der IT-Branche in Münster.

Thomas Schüller
Thomas Schüller ist Professor für katholisches Kirchenrecht an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. | Foto: Jens Joest

Gutachter für den Kinderschutz

Religionswissenschaftlerin Regina Laudage Kleeberg. | Foto: Bistum Essen
Religionswissenschaftlerin Regina Laudage-Kleeberg. | Foto: Bistum Essen

Christian Schrapper ist Professor für Pädagogik an der Universität Koblenz-Landau und war beteiligt am „Runden Tisch Heimerziehung in den 1950er und 1960er Jahren“. Der Pädagoge hatte sich in Münster in den 1990er Jahren als Geschäftsführer des Institutes für soziale Arbeit einen Namen gemacht. Er gilt als Experte für den Kinderschutz.

Thomas Schüller ist Professor für katholisches Kirchenrecht an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. In mehreren Statements kritisierte Schüller zuletzt den fehlenden Willen zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Raum.

Beginn der Aufklärung

Sara Wiese wird als Betroffene der Kommission angehören. | Foto: Michael Bönte
Sara Wiese wird als Betroffene der Kommission angehören. | Foto: Michael Bönte

In der Kommission mitarbeiten wird auch Bernhard Theilmann als Betroffener. Als Opfer von Pfarrer Bernhard Janzen brachte er vor einigen Jahren die Missbrauchsfälle in der Gemeinde in Neuenkirchen/Oldenburg erstmals öffentlich zur Sprache.

Auch die Sozialpädagogin Sara Wiese aus Recklinghausen wird als Betroffene der Kommission angehören. In einem Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“ sagte sie über das Gutachten der Universität Münster: „Für mich ist es wichtig, dass es Grundlagen schafft, dass es die Spitze des Eisberges zeigt – und das Hellfeld, wobei das Dunkelfeld durchaus größer ist. Das Gutachten ist die Grundlage dafür, dass Aufklärung bestenfalls jetzt erst beginnen kann.“

Baldige Konstituierung

Birgit Westers ist Landesrätin des Dezernats Jugend und Schule beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe. | Foto: lwl
Birgit Westers ist Landesrätin des Dezernats Jugend und Schule beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe. | Foto: LWL

Als unabhängige Expertin wird Birgit Westers dabei sein. Sie ist Landesrätin des Dezernats Jugend und Schule beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Westers arbeitet bereits in der Aufarbeitungskommission der Landesregierung Nordrhein-Westfalen in den fünf katholischen Diözesen des Bundeslands mit.

Die Gruppe formuliert aktuell ihr Selbstverständnis. Nach ihrer Konstituierung wird sie beschreiben, wie die Aufarbeitung im Bistum Münster weiter fortgeschrieben werden kann.

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