Erzbistum Saint Paul und Minneapolis: Höchstmögliche Summe

US-Bistum zahlt 210 Millionen Dollar an Missbrauchsopfer

Das katholische Erzbistum Saint Paul und Minneapolis zahlt rund 210 Millionen US-Dollar (179,7 Millionen Euro) an Missbrauchsopfer. Das kündigte die Erzdiözese gemeinsam mit Opferanwälten an. Die Summe von 210.290.724 Dollar fließe in einen Fonds, aus dem die 450 Missbrauchsbetroffenen entschädigt würden, zitieren US-Medien den Anwalt Jeff Anderson. Zugleich sollen die Finanzen des vom Bankrott bedrohten Erzbistums grundlegend neu organisiert werden.

Erzbischof Bernard Hebda zeigte sich zufrieden über das Ergebnis, dem die Opfer noch zustimmen müssen, was aber als sicher gilt. An die Betroffenen gewandt sagte Hebda, ihnen seien Kindheit, Vertrauen und in vielen Fällen auch der Glaube gestohlen worden. Das Erzbistum zahle ihnen nun die höchstmögliche Entschädigung.

Zweithöchste Entschädigung eines US-Bistums

Zum Vergleich: Der aktuelle Haushalt im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster sieht Ausgaben von 639,5 Millionen Euro vor. Müsste es umgerechnet 179,7 Millionen Euro zahlen, würde das mehr als ein Viertel der jährlichen Gesamtausgaben bedeuten.

Insgesamt sollen sich in den vergangenen Jahrzehnten 91 Priester aus dem Erzbistum Saint Paul und Minneapolis des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben. Erzbischof John Nienstedt war 2015 wegen des Vorwurfs zurückgetreten, das Erzbistum habe beim Schutz Minderjähriger versagt. Darauf ernannte der Papst Hebda zu dessen Nachfolger.

Die nun ausgehandelte Entschädigungssumme ist die zweithöchste, die jemals von einem US-Bistum für Missbrauchsopfer zur Verfügung gestellt wurde. 2007 zahlte die Erzdiözese Los Angeles 660 Millionen US-Dollar an 508 Opfer.