POLITIK

Fast einstimmig: US-Bischöfe nehmen Stellung zu Trumps Migrationspolitik

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Es ist der erste große politische Appell der US-Bischofskonferenz seit 2013. Wie sie auf das harte Vorgehen gegen Einwanderer reagiert. 

Von KNA

In der Einwanderungsdebatte der USA haben sich die katholischen Bischöfe nahezu einstimmig gegen die Migrationspolitik von Präsident Donald Trump gestellt. Sie fühlten sich verpflichtet, ihre Stimme „zur Verteidigung der von Gott gegebenen Menschenwürde zu erheben“, erklärten die Bischöfe auf ihrer Vollversammlung in Baltimore. 216 stimmten für den Text, fünf dagegen, drei enthielten sich.

Es war das erste Mal seit zwölf Jahren, dass die Vollversammlung sich so ausdrücklich zu einem politischen Thema äußerte. Zuletzt geschah das 2013 unter der Regierung von Barack Obama in der Debatte um kostenlose Verhütungsmittel als Pflichtleistung betrieblicher Gesundheitsfürsorge.

Jetzt versichern die Bischöfe den Migranten als „Brüdern und Schwestern“ ihren Rückhalt und würdigen deren Beitrag für das Gemeinwesen - betonend, dass Staaten das Recht zu einer Einwanderungsregulierung hätten. „Wir lehnen die wahllose Massenabschiebung von Menschen ab“, heißt es in der Erklärung. „Wir beten für ein Ende der entmenschlichenden Rhetorik und Gewalt, ob sie sich nun gegen Einwanderer oder gegen die Strafverfolgungsbehörden richtet.“

Im Sinn von Leo XIV.?

Die Bischöfe zeigen sich beunruhigt über ein „Klima der Angst“, das durch die Art und Weise der Durchsetzung von Einwanderungsgesetzen entstanden sei. Sie wenden sich gegen eine Verunglimpfung von Migranten in der aktuellen Debatte. Weiter äußern sie sich besorgt über die Bedingungen in Haftanstalten, einen willkürlichen Entzug des rechtlichen Status für manche Einwanderer, aber auch über eine Bedrohung des Status von Kirchen, Krankenhäusern und Schulen als Orten besonderen Schutzes.

Der neu gewählte Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Paul S. Coakley aus Oklahoma City, sprach sich vor der Abstimmung nachdrücklich für die Annahme des Textes aus. Bischof Mark J. Seitz aus der texanischen Grenzdiözese El Paso hatte am Rande eines Treffens mit Papst Leo XIV. im Oktober berichtet, der Papst habe ihm gesagt, „er würde gerne eine Stellungnahme der Bischofskonferenz sehen“.

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