FLUCHT UND MIGRATION

US-Bischöfe verurteilen Donald Trumps rassistische Äußerungen

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Am Ende einer Kabinettssitzung hatte der US-Präsident Einwanderer aus Somalia als „Müll“ bezeichnet. Wie die Bischofskonferenz reagierte.

Von KNA

Scharfe Kritik aus der US-Bischofskonferenz an Äußerungen von Donald Trump über somalische Einwanderer. „Jedes Kind Gottes hat Wert und Würde“, sagte der für ethnische Gleichheit und Versöhnung zuständige Bischof Daniel E. Garcia aus dem texanischen Austin in einer Stellungnahme, die die US-Bischofskonferenz am Wochenende veröffentlichte. „Eine Sprache, die eine Person oder Gemeinschaft aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder ihres Herkunftslandes herabwürdigt, ist mit dieser Wahrheit unvereinbar.“

Ohne den Präsidenten beim Namen zu nennen, sagte Garcia weiter: „Ich fordere alle - Amtsträger, Gemeindevorsteher und Einzelpersonen - auf, sich einer herabwürdigenden und entmenschlichenden Sprache zu enthalten.“ Es gelte stattdessen, „die reichen Gaben zu erkennen, die Nachbarn aus verschiedenen Kulturen in unsere Gemeinschaften einbringen“. Jeder dieser Beiträge werde geschätzt und gebraucht. Für ein gemeinsames Zusammenleben brauche es Gastfreundschaft, Respekt und Verständnis.

Korruptionsskandal als Anlass

Trump hatte vor wenigen Tagen am Ende einer Kabinettssitzung über Einwanderer aus Somalia gesagt: „Ich will sie nicht in unserem Land haben.“ Die USA könnten den einen oder den anderen Weg einschlagen - „und wir werden den falschen Weg einschlagen, wenn wir weiterhin Müll in unser Land lassen“.

Vorangegangen war ein politischer Streit um die Aufarbeitung eines Korruptionsskandals im demokratisch regierten Minnesota, der in der Corona-Pandemie seinen Anfang nahm. Damals sollen in dem nördlichen US-Bundesstaat nach Medienberichten angebliche Hilfswerke Spenden und staatliche Unterstützungszahlen von mehreren hundert Millionen Dollar unterschlagen haben. Trump wirft dem demokratischen Gouverneur Tim Waltz eine schleppende Aufarbeitung vor.

Vorgehen gegen Somalier

Waltz war bei den Präsidentenwahlen vor einem Jahr als Vize-Kandidat von Kamala Harris gegen Trump angetreten und hatte verloren. Trump nannte Waltz „schwer zurückgeblieben“. Waltz bewirbt sich im November 2026 um eine dritte Amtszeit als Gouverneur.

Das von Hunger und Gewalt erschütterte Somalia am Horn von Afrika gehört zu einer Gruppe von Ländern, die Trump mit einem Einreiseverbot in die USA versehen hat. Zudem soll künftig der Abschiebeschutz für in Minnesota lebende Somalier aufgehoben werden. Die Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis von Menschen mit somalischen Wurzeln, die legal in den USA leben, soll überprüft werden.

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