CHICAGO

Trump-Kritiker Cupich: Krieg kann immer nur allerletzte Option sein

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Der Erzbischof sagt, warum die Lehre vom Gerechten Krieg falsch verstanden wird – und welche weltkirchlichen Prioritäten er sich wünscht.

Von KNA

Kardinal Blase Cupich (77) wünscht sich die Kirche als prophetische Stimme für den Schutz der Umwelt. Das sei eine der höchsten Prioritäten für das kommende Jahrzehnt, sagt der Kardinal von Chicago bei katholisch.de. An erster Stelle stehe aber die Fortsetzung ihres Erneuerungsweges, den das Zweite Vatikanische Konzil eingeleitet habe.

Bischofskonferenzen sollten gegenüber Rom mehr Entscheidungskompetenzen erhalten, so Cupich. Papst Franziskus habe mit Blick auf die Dezentralisierung bereits viel getan: Entscheidungen sollen auf der niedrigstmöglichen Ebene getroffen werden, bevor Rom oder eine höhere Instanz eingreift.“

Cupich: Gerechter Krieg kein Freibrief“

Als eine weitere kirchliche Priorität nennt der US-Kardinal eine richtige Interpretation der Lehre vom Gerechten Krieg. Diese werde auf problematische Weise missbraucht. Die Lehre vom Gerechten Krieg sei immer als Einschränkung gedacht gewesen, betont Cupich. Heute wird sie wie ein Freibrief benutzt.“ Staaten griffen militärisch ein, anschließend versuchten sie zu sagen: Wir können das mit der Lehre vom Gerechten Krieg rechtfertigen.“

So funktioniert das nicht“, kritisiert Cupich. „Man beginnt nicht mit dem Krieg. Man beginnt mit dem Frieden als erster Option.“ Krieg dürfe immer nur als allerletzte Möglichkeit“ in Betracht gezogen werden, wenn wirklich jeder denkbare Weg des Dialogs ausgeschöpft wurde“.

Warnung vor kirchlicher Spaltung

Der Kardinal warnt vor negativen Folgen innerkirchlicher Spaltung. Die Kirchen dürften nicht zulassen, dass ihre inneren Auseinandersetzungen so öffentlich und so ausgeprägt werden, dass sie die Wirkung unserer Stimme“ in den entscheidenden Fragen schwächten.

Cupich wurde 2014 von Franziskus zum Erzbischof von Chicago ernannt. Kurz nach seinem Amtsantritt zog er aus dem Bischofshaus aus und in eine Wohnung auf dem Gelände der Kathedrale der Stadt um. Mehrfach kritisierte Cupich die Politik von US-Präsident Donald Trump.

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